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Auszeichnung:"Unorthodox", "Mapa" und "Drinnen" für Grimme-Preis nominiert

Emmy-Award-Nominierungen

"Unorthodox" ist für den Grimme-Preis nominiert.

(Foto: Anika Molnar/dpa)

69 Produktionen sind für den Preis in der engeren Auswahl, darunter auch "Männerwelten" von Joko und Klaas und weitere politische Themen.

Für den diesjährigen 57. Grimme-Preis ist eine Vielzahl von Fernsehproduktionen zum Leben im Corona-Jahr nominiert, viel politischer Stoff - und eine Reihe von Streaming-Serien. Dass die Pandemie in unterschiedlichen Formaten inhaltlich wie auch gestalterisch aufgegriffen wurde, lasse sich über alle Kategorien hinweg beobachten, erklärte das Grimme-Institut am Dienstag in Marl. Es werde an Videokonferenzen am heimischen Wohnzimmertisch angeknüpft wie etwa in der Serie Drinnen, an Social Distancing, an häusliche Gewalt wie in @Kalinka08 - Melde dich bitte oder an die Situation von alten Menschen in Senioren und Pflegheimen in Dokumentarformaten.

Unter den Nominierten sind mehrere Streaming-Serien, etwa das Netflix-Format Unorthodox über den Neuanfang einer jüdischen Amerikanerin in Berlin und die Joyn-Serien Dignity über die Verbrechen der Sektenkolonie Colonia Dignidad und Mapa über einen alleinerziehenden Vater. Im Wettbewerb Fiktion wurden zum ersten Mal ebenso viele Fernsehfilme wie Serien mit einer Nominierung bedacht, erklärte das Grimme-Institut. Mapa ist eine Koproduktion der Streamingplattform Joyn mit dem RBB. Auch die zehnteilige WDR-Politsatire Parlament für den Spartensender One steht auf der Liste. Die Mehrheit der Nominierungen, die das Grimme-Institut mitteilte, ging wie gewohnt an öffentlich-rechtliche Sender.

Insgesamt sind in diesem Jahr 69 Produktionen und Spezialleistungen nominiert, die aus mehr als 850 Einreichungen ausgewählt wurden. Sie konkurrieren in den Kategorien Information und Kultur, Fiktion, Unterhaltung sowie Kinder und Jugend. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden am 11. Mai bekanntgegeben, die Preisverleihung ist für den 27. August geplant.

Die Nominierungskommission würdigte die Auseinandersetzungen mit der eigenen Identität und Lebenswirklichkeit in "lebensnaher und emotionaler, teils düsterer, teils humorvoller Art, mit kreativen und ungewöhnlichen Formaten". In der Kategorie Unterhaltung ist der Beitrag Joko und Klaas - Männerwelten, der Sexismus und sexuelle Gewalt verhandelt, nominiert. Die Sendung konkurriert unter anderem mit zwei Staffeln der Reihe Kroymann, der Comedyserie Warten auf'n Bus, dem ZDF Magazin Royale und der Satire-Online-Show Browser Ballett um den Preis.

In der Kategorie Information und Kultur spiegelten sich aktuelle Fragen zur Klimakrise, Rechtsextremismus und -terrorismus und zur Flüchtlingskrise wider, hieß es. Nominiert sind unter anderen Reportagen über Afghanistan, Flüchtlinge in Griechenland, die Ermordung Walter Lübckes sowie über historische Themen wie Berlin zum Ende des Zweiten Weltkriegs oder eine Familiengeschichte aus dem Holocaust. Auch die Prosieben-Dokumentation Rechts. Deutsch. Radikal über Rechtsradikale in Deutschland gehört dazu. In der Kategorie Kinder und Jugend finden sich unter den Nominierten die Märchen-Reihe Sechs auf einen Streich, eine Folge aus der Sendung mit dem Elefanten sowie zwei Beiträge aus der Reihe Ab 18!. Für besondere journalistische Leistungen sind die Journalistinnen Mai Thi Nguyen-Kim, Isabel Schayani und Xenia Böttcher nominiert.

© SZ/epd/dpa/ebri
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