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Preisverleihung:Grimme Online Awards für Tiktok-Videos

Niklas Kolorz

Doppelt ausgezeichnet: TikTok-Moderator Niklas Kolorz.

(Foto: PR; Roma Gendera)

Die Videos von Niklas Kolorz holen gleich zwei Preise. Außerdem wurden zahlreiche Projekte gegen Rechts ausgezeichnet.

Erstmals ist ein Format des Videoportals Tiktok mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet worden. Moderator Niklas Kolorz, der in dem Netzwerk in einminütigen Videos Wissensthemen verständlich aufbereitet, wurde bei der Preisverleihung am Donnerstagabend in Köln gleich doppelt ausgezeichnet: Er bekam einen Jury-Preis in der Kategorie "Wissen und Bildung" und den Publikumspreis. Er berichtete, dass ihm die Idee im zweiten Corona-Lockdown gekommen sei. "Ich wollte einfach irgendeinen kreativen Ausgleich schaffen." Das habe eine unglaubliche Resonanz gefunden: "Nach acht Tagen hatte ich das erste virale Video mit 800 000 Aufrufen, und von da an ist der Kanal explodiert, das ist der Wahnsinn."

Einen Schwerpunkt unter den diesjährigen Gewinnern bilden Angebote, die sich mit rechter Gewalt beschäftigen - etwa der Podcast "190220 - Ein Jahr nach Hanau" und die Webdokumentation "Gegen uns", die Opfer von Rassismus und rechtsextremer Gewalt aus der Anonymität holt. "#StolenMemory" wiederum erzählt die Lebensgeschichten von Holocaust-Opfern anhand von persönlichen Hinterlassenschaften, die in den Arolsen Archives in Bad Arolsen in Hessen aufbewahrt werden. Das Archiv versucht Nachkommen der früheren Besitzer ausfindig zu machen, um ihnen die Erinnerungsstücke zurückzugeben.

Niklas Kolorz

Doppelt ausgezeichnet: Tiktok-Moderator Niklas Kolorz.

(Foto: PR; Roma Gendera)

In der Kategorie "Kultur und Unterhaltung" wurde die Show eines Schulleiters aus Hamburg-Dulsberg geehrt. Björn Lengwenus ging während der Corona-Schulschließungen sechs Wochen lang mit "Dulsberg Late Night" auf Sendung. Aus der leeren Aula der Schule schaltete er Schüler zu, führte auch schon mal ein Tänzchen auf, schlüpfte in ein Osterhasen-Kostüm und stärkte so den Zusammenhalt im Lockdown.

Die Komikerin Enissa Amani gewann in der Kategorie "Spezial" einen Preis für ihr Format Die beste Instanz. Die Talkshow war eine Reaktion auf eine Ausgabe des WDR-Talks Die letzte Instanz, an dem es viel Kritik gegeben hatte. Vorgehalten wurde der Sendung unter anderem, dass die Diskussion über Rassismus ausschließlich von weißen Gästen geführt worden war.

Insbesondere für ihre herausragende Machart ausgezeichnet wurden die Erklärstücke von "Dekoder Specials", die Einblicke in russische Kultur, Politik und Gesellschaft geben. Einen weiteren Award erhielt Johannes Kram für seinen Podcast "Queerkram".

Der undotierte Grimme Online Award gilt als wichtigste deutsche Auszeichnung für herausragende Online-Publizistik und wird seit 2001 verliehen.

© SZ/dpa/aner
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