Rundfunkanstalten:NDR, SWR und SR legten Geld bei Greensill an

Greensill Bank

Ein Schild mit dem Firmennamen am Eingang der Bremer Privatbank.

(Foto: Sina Schuldt/dpa)

Auch öffentlich-rechtliche Sender hatten Konten bei der Bremer Pleite-Bank.

Von Meike Schreiber, Frankfurt

Nicht nur fünfzig deutsche Kommunen, auch mehrere öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten sind Kunden der strauchelnden Greensill-Bank in Bremen. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) bestätigt Informationen des Bremer Weser-Kurier, wonach der NDR Kunde bei dem Kreditinstitut ist. Der Sender habe seit 2019 Termingeldanlagen bei der Bank getätigt, sagte eine Sprecherin. Über die Höhe der Einlagen machte der NDR keine Angaben. Auch der Saarländische Rundfunk (SR) sowie der Südwestrundfunk (SWR) bestätigten dem Weser-Kurier, bei Greensill Geld geparkt zu haben. Über die Höhe wollten auch sie nichts sagen. Anders als die betroffenen Städte und Gemeinden dürften die Sender ihr Geld aber komplett zurückerhalten.

Die Finanzaufsicht Bafin hatte die Greensill-Bank vergangene Woche wegen drohender Überschuldung geschlossen. Kunden kommen daher vorerst nicht an ihr Geld, werden aber zum großen Teil von der sogenannten Einlagensicherung der Privatbanken entschädigt, was laut einem Sprecher des Bankenverbandes auch für die Rundfunkanstalten gilt. Die Einlagensicherung speist sich aus einem gemeinsamen Topf der deutschen Privatbanken, also von Deutscher Bank, Commerzbank und anderen Instituten. Aus diesem Topf werden im Pleitefall Gelder auf Girokonten, Tages- und Festgeldkonten entschädigt. Auch die Greensill-Bank ist Mitglied dieser privaten Einlagensicherung. Seit Oktober 2017 sind die Kommunen nicht mehr von der Einlagensicherung geschützt. Auf einige Städte und Gemeinden kommen nun herbe Verluste zu.

© SZ/cag
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