Google-Doodle für Robert Moog Herr des Synthesizers

Er entwickelte jenen Synthesizer, dessen satter Klang unverkennbar und weltberühmt ist: der Moog-Sound. Heute wäre Robert Moog, Physiker und Erfinder, 78 Jahre alt geworden. Google ehrt ihn deshalb mit einem eigenen Logo, dem Google-Doodle.

Er ist voluminös, fett, warm und kräftig. Der Moog-Sound ist der berühmteste elektronische Klang der Welt. Erzeugt wird er von den Synthesizern des Physikers und Erfinders Robert Moog. Heute wäre Moog 78 Jahre alt geworden. Die Suchmaschine Google ehrt ihn mit einem eigenen Logo, dem "Google-Doodle", das mehr ist als nur ein Bild: Mit der Maus können die Tasten des digitalen Synthesizers angeschlagen und der erzeugte Sound sogar aufgenommen werden.

Ein Robert-Moog-Synthesizer als Google Doodle

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Die Klänge, die ein echter Moog-Synthesizer erzeugen kann, reichen von der Imitation eines Orchesters bis hin zu rein elektronischen, klaren bis schaurigen Tönen. Solche Sounds hatte es so vorher in der Musik nicht gegeben. Robert Moog brachte den ersten Synthesizer 1964 auf den Markt, beeinflusste die Pop-Musik mit seiner Erfindung aber besonders in den siebziger Jahren. Bis heute klingt der Moog-Sound in Pop und Hip-Hop mit.

Das erste Album, das den Moog-Synthesizer berühmt machte, produzierte der Pop-Musiker Walter Carlos (nach einer Geschlechtsumwandlung Wendy Carlos) im Jahr 1968 und bewies: Johann Sebastian Bach kann, elektronisch eingespielt, auch im 20. Jahrhundert noch revolutionär klingen. Das Album "Switched-On Bach" wurde das damals meistverkaufte Klassik-Album. Da der damals verwendete Moog Töne monophon, also einstimmig, erzeugte, spielte Carlos die Musik in mehreren Durchgängen auf einem Mehrspurbandgerät ein.

Zunächst waren Moog-Synthesizer nur für das Studio tauglich. Sie bestanden aus etlichen einzelnen Modulen, die extern durch Steckverbindungen verschaltet wurden. Nur wenige Musiker wie Keith Emerson setzten sie live auf der Bühne ein. 1970 entwickelte Moog dann den handlichen Minimoog. Er war der erste kompakte, tragbare und gleichzeitig satt klingende Synthesizer. Im Minimoog waren die Synthezisermodule in ihrer Reihenfolge festgelegt, Einstellungen ließen sich noch nicht speichern. Die Klänge waren also einzigartig: Sie konnten nie exakt reproduziert werden.

"Ich bin Ingenieur. Ich sehe mich als Werkzeugmacher", sagte Robert Moog 2000 im Interview dem Online-Magazin Salon. Sein Selbstverständnis war also eher das eines Handwerkers, die Musik überließ er anderen. Bereits als Kind soll er sich für elektronische Instrumente begeistert haben. Moog, 1934 in Flushing, New York, geboren, studierte Physik am Queens College in New York und promovierte in Elektrotechnik an der renomierten Columbia University. Bereits während seiner Promotion tüftelte er an Modulen für einen Synthesizer, bis er 1964 den ersten Moog herausbrachte. Im April 2005 erkrankte Robert Moog an Krebs und starb wenige Monate später mit 71 Jahren.

Richtig berühmt wurde der synthetische Moog-Klang in den siebziger Jahren durch Musiker wie Keith Emerson und Stevie Wonder. Die Beatles verwendeten das Klangwerkzeug in ihrem Album "Abbey Road", Pink Floyd imitierten in "Shine On You Crazy Diamond" damit eine Trompete. Besondere Bedeutung erhielt der Moog-Synthesizer auch in der elektronischen Musik, etwa bei Kraftwerk, Tangerine Dream oder Air. Auch Hip-Hop-Künstler nutzen ihn.

Der Minimoog wird heute nicht mehr produziert und hat Sammlerwert: Mittlerweile kostet er mehrere tausend Euro. Teilweise haben Computerprogramme den Moog-Synthesizer ersetzt. Den echten Moog-Sound, so finden Kenner, kann aber nur der alte Klangkasten. Ein wahrer Synthesizer ist eben Moog.