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Götz George im ZDF-Krimi:Höhepunkt eines Kammerspiels

Während es Markowitz schafft, einige der Geflüchteten wieder einzufangen, ermittelt die Nachtschicht der Hamburger Polizei wegen einer Anzeige von häuslicher Gewalt. Das Opfer: Marie-France aus Benin, die als Kindermädchen illegal bei einem Arzt-Ehepaar arbeitet. Der Täter: der Arzt Julius de Graaf (Filip Peeters), der Marie-France durch Anwendung von Gewalt sich gefügig machen wollte.

Die polizeilichen Ermittlungen scheinen jedoch am Anschein bürgerlichen Anstands des Ehepaars schnell stecken zu bleiben. Diese Fassade wird vor allem von Daniela (Jeanette Hain) überzeugend inszeniert, der eiskalten, aber an ihrer Ehe, die sie augenscheinlich frustriert, eisern festhaltenden Frau des Arztes. Bei der Konfrontation mit seinen Peinigern zieht das Opfer die Aussage zurück.

Währenddessen erledigte Markowitz seinen Auftrag, es soll seine letzte Fuhre sein, danach, so sein Plan, will er sich zur wohlverdienten Ruhe setzen. Das Schicksal der Afrikaner, die er wie Vieh in seinen Lieferwagen gepfercht gegen gutes Geld nach Hamburg karrte, hatte Markowitz bislang nie interessiert. Jetzt jedoch fleht ihn die junge Lola Obasi an, sie frei zu lassen. Sie wolle ihre Schwester suchen. Als die Kripo auch die Schlepperbande ins Visier nimmt, sieht sich Markowitz zu einer Entscheidung gezwungen. In einem dramatischen Showdown kommt es zur Abrechnung mit seinen früheren Auftraggebern.

Mit "Reise in den Tod" ist Lars Becker etwas gelungen, das einem im Filmangebot des deutschen Fernsehens sehr selten unterkommt: ein Meisterwerk. Becker beherrscht souverän die milieugesättigte Bildersprache der Thriller des französischen Film noir, die er mit spielerischem Witz weiter entwickelt. Zum weiteren besticht der Film mit der Genauigkeit seiner Personenführung bis in die Nebenrollen, die alle exzellent besetzt sind. Umso überzeugender ist folglich, dass Buch und Regie diese Nebenrollen in einigen Szenen gewissermaßen "an der Rampe" agieren lassen. So etwa in dem kurzen Dialog, den das Ehepaar van Graaf nach dem ersten Erscheinen der Kripo miteinander führt, und der in seiner Intensität wie der dramatische Höhepunkt eines Kammerspiels anmutet.

Solche Szenen sind so punktgenau gesetzt, dass sie das Neben-, Mit- und Gegeneinander unterschiedlicher Facetten des Geschehens dramaturgisch akzentuieren. Andererseits verweben sie diese Vielfalt zu einer in sich stimmigen Erzählung - die sowohl Unterhaltung wie Aufklärung bewirkt.

Nachtschicht - Reise in den Tod, ZDF, 20.15 Uhr