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Gewinner des Grimme-Preises:Satire vor Casting-Show

Die öffentlich-rechlichen Sender räumen beim Grimme-Preis ab: Die NDR-Serie "Der Tatortreiniger" gewinnt in der Kategorie Unterhaltung, ARD- und ZDF-Produktionen in den Kategorien Fiktion. Der einzige Preis für die Privaten geht an den kleinen Sender Tele 5.

Die öffentlich-rechtlichen Sender sind die großen Gewinner beim Grimme-Preis, die elf der zwölf Auszeichnungen erhalten. Mit der Tele-5-Fernsehsatire "Walulis sieht fern" ist lediglich ein Format aus dem Angebot der privaten Sender unter den Preisträgern.

Bekanntgabe der Preistraeger des 48. Grimme-Preises

Auszeichnung für den "Tatortreiniger" Bjarne Mädel.

(Foto: dapd)

Mit dem Gewinner der Sparte Unterhaltung hatten viele bereits gerechnet: Die Jury zeichnet die NDR-Comedy "Der Tatortreiniger" mit Bjarne Mädel aus. Auch die Sendung "Walulis sieht fern", in dem sich eine Gruppe junger Fernsehmacher über TV-Formate lustig macht, ist ein Satireformat. Casting-Sendungen wie "Let's dance" (RTL) oder "Cover my Song" (Vox) konnten sich dagegen nicht durchsetzen.

Die Auswahl der Gewinner zeige, "dass im deutschen Fernsehen an der Spitze herausragende Leistungen zu finden sind, welche auch im internationalen Vergleich einen hohen Rang einnehmen", sagte Grimme-Direktor Uwe Kammann bei der Preisverleihung.

In der Kategorie Fiktion wurden das Cyber-Mobbing-Drama "Homevideo" und die ARD-Produktion "Dreileben" von Christian Petzold, Dominik Graf und Christoph Hochhäusler ausgezeichnet. Außerdem gewannen "Liebesjahre" (ZDF) mit Iris Berben, "Die Hebamme - Auf Leben und Tod" (ZDF/ORF) mit Brigitte Hobmeier und "Ein guter Sommer" (ARD/HR) mit Devid Striesow.

Rosa von Praunheims "Die Jungs vom Bahnhof-Zoo" (RBB/NDR) siegt in der Kategorie Information und Kultur neben Jakob Preuss' "The Other Chelsea" (ZDF), "Alarm am Hauptbahnhof - Auf den Straßen von Stuttgart 21" (ARD/SWR) von Sigrun Köhler und Wiltrud Baier und "Geschlossene Gesellschaft - Der Missbrauch an der Odenwaldschule" (ARD/SWR/HR) von Luzia Schmid und Regina Schilling. "Mein Leben - Die Fotografin Sibylle Bergemann" (Arte/ZDF) von Maria Wischnewski und Sabine Michel erhält neben dem Grimme-Preis den Publikumspreis der Marler Gruppe - die Laienjury einer Arbeitsgemeinschaft der Marler Volkshochschule.

Der Deutsche Volkshochschul-Verband zeichnet außerdem die Schauspielerin Hannelore Hoger für ihre Verdienste um das deutsche Fernsehen aus. Und über den Sonderpreis Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen darf sich das Team von "Du bist kein Werwolf" (Kika/WDR) mit Ralph Caspers, Manuela Kalupke und Andreas Dölfs freuen.

Grimme-Preise 2012

Fernsehen für Anspruchsvolle