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Gates-Stiftung und "Spiegel":Der "Spiegel" widerspricht Vorwürfen zur Gates-Stiftung

Was Medienhäuser 2020 planen -  Der Spiegel

Die Gates-Stiftung fördert das Reportageprojekt "Globale Gesellschaft" des Magazins.

(Foto: dpa)
  • In der Verdi-Publikation MMM wurden Vorwürfe gegen den Spiegel erhoben, er lasse sich von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung inhaltlich beeinflussen.
  • Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Artikel über Atomkraft. Bill Gates hat eine hohe Summe in ein Atomkraft-Start-Up investiert.
  • Der Spiegel, der ein Projekt mit Geld der Stiftung durchführt, weist die Vorwürfe zurück.

MMM - Menschen machen Medien heißt die medienpolitische Publikation der Gewerkschaft Verdi für Beschäftigte, und in ihr erhob der Journalist Oliver Neß vorige Woche schwere Vorwürfe gegen das Magazin Spiegel. Neß wirft dem Spiegel mehr oder weniger explizit vor, sich inhaltlich von Bill Gates kaufen zu lassen. Hintergrund: Das Projekt "Globale Gesellschaft" auf Spiegel.de, das aufwändige Auslandsreportagen von Brennpunkten der Welt bringt, wird, wie der Spiegel auf der zugehörigen Webseite erklärt von der "Bill & Melinda Gates Foundation unterstützt. Dort steht auch: "die redaktionellen Inhalte entstehen ohne Einfluss durch die Stiftung". Das darzustellen, ist nötig, denn auch bezahlte Werbetexte, die zwar gekennzeichnet sind, aber optisch oft so daherkommen wie redaktionelle Inhalte, sogenanntes Native Advertising, werden in der Branche mehr und mehr üblich und von Partnern unterstützt.

Ness zielt in seinem Text in erster Linie aber gar nicht gegen die Inhalte von "Globale Gesellschaft", sondern ein auf der Titelseite angekündigtes Stück im Wissenschaftsteil des Spiegel von Mitte Dezember, in dem unter dem Titel "Strahlend grün" die Möglichkeit einer Renaissance der Atomkraft diskutiert wird. Prominenter Protagonist ist das Unternehmen Terrapower bei Seattle - in das Bill Gates ausweislich des Spiegel-Stücks in den vergangenen 13 Jahren an die 500 Millionen Dollar investiert hat. Der Text beschönigt keineswegs die Risiken der Technologie "Die Euphorie hielt indes nicht lange an", heißt es darin. "Harrisburg, Tschernobyl, Fukushima: Durch die Geschichte der Atomenergienutzung ziehen sich Rückschläge, Unfälle und Katastrophen. Auch die ungelöste Endlagerfrage und die Gefahr der Proliferation, der Verbreitung nuklearen Materials für militärische Zwecke, ließen die Skepsis wachsen".

Der Spiegel sieht seine kritische Berichterstattung "an keiner Stelle beeinträchtigt"

Für Oliver Neß bei MMM ist aber klar, dass "der spendable Amerikaner" Bill Gates und seine "milden Gaben" hinter dem Text stecken: "Der neue Spiegel-Sponsor scheint im Zuge der Klimadiskussion für sein schon ein Jahrzehnt eher dümpelndes Nuklear-Start-Up Terrapower Morgenluft zu wittern. Assistiert von dem altgedienten Spiegel-Autor", schreibt er in seinem Text, der auf Twitter einige Aufmerksamkeit erfahren hat.

Der Spiegel weist die Vorwürfe scharf zurück, sie seien "absurd", heißt es in einer Stellungnahme. Die "kritische unabhängige Berichterstattung" des Magazins werde durch die Kooperation mit der Stiftung "an keiner Stelle beeinträchtigt". Vertraglich sei festgehalten, dass die redaktionellen Inhalte von "Globale Gesellschaft" ohne jeden Einfluss der Stiftung entstünden. Die Spiegel-Redaktion habe die Themen, über die in "Globale Gesellschaft" berichtet werde, "selbst definiert und dafür Projektgelder beantragt". Es habe noch nicht einmal die Überlegung gegeben, einen Hinweis auf die Finanzierung durch die Gates-Stiftung in den Atomkraft-Text einzubauen, "weil keinerlei Einflussmöglichkeit noch -absicht bestand". Terrapower sei als Beispiel in dem Text der Wissenschafts-Redaktion ausgewählt worden, weil es "ein führendes Experimentallabor für kleine Reaktoren und damit ein absolut naheliegender Gesprächspartner" sei.

"Wir hätten dies dem Autor Oliver Ness (sic) gern erläutert", teilt der Spiegel mit. "Leider hielt er es nicht für nötig", sich vor Veröffentlichung des Textes beim Spiegel zu melden.

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