GoT-Zusammenfassung:Staffel 2: Jeder gegen jeden

Lesezeit: 20 min

Ausgangslage:

Während der Norden unter Führung von Robb Stark erfolgreich Krieg gegen die Lannisters führt und dabei mit Jamie eine maximal wichtige Geisel nimmt, läuft es südlicher für Renly Baratheon, der die Nachfolge seines großen Bruders Robert Baratheon antreten will, weniger gut. Sein anderer Bruder Stannis ist ihm strategisch und militärisch überlegen - und scheut bei der Wahl der Mittel die Eskalation weniger. Allerdings zeigt sich bei ihm auch: Wer sich auf die Religion verlässt, hat nicht zwangsläufig die besten Einflüsterer.

Für Arya beginnt mit der Flucht aus King's Landing eine mehrere Staffeln andauernde Rundreise. Und Sansa wird - nachdem sie die Hinrichtung ihres Vaters aus kurzer Distanz miterleben musste - immer mehr zum Spielzeug von König Joffrey Baratheon. Nördlich der Mauer macht sich die Nachtwache auf, um die natürlichen (Wildlinge et al) und übernatürlichen (erste Vorzeichen des Angriffs der Weißen Wanderer) Gefahren zu untersuchen. Auf Essos sammelt Daenerys das, was von ihrer Anhängerschaft noch übrig ist, und sucht nicht nur Wasser und Nahrung sondern auch Förderer ihrer Ambitionen um den Eisernen Thron.

Prägend:

Inzestkind Joffrey (dass seine Eltern Cersei und Jamie sind, wird nie bewiesen, aber erst von Jon Arryn und später von Ned Stark herausgefunden) etabliert in der Hauptstadt seine Schreckensherrschaft: mentale und körperliche Folter von Sansa, Terror gegen die eigene Bevölkerung und Korruption. Beim Battle of Blackwater beweist er außerdem seine Unfähigkeit in der Kriegsführung und flieht feige vom Schlachtfeld. Dass er letztlich die Verlobung mit Sansa zugunsten von Margaery Tyrell löst, ist für erstere ein Glücksfall. Dass er seinen Großvater (vater- und mütterlicherseits) Tywin Lannister zu seiner Hand ernennt und seinen Onkel Tyrion Lannister, der King's Landing de facto gerettet hat, noch nach dem Leben trachtet, passt zum Bild des großen Unsympathen. Man liebt es, Joffrey zu hassen.

Szene der Staffel:

Nur wer bereit ist, alles zu geben, gewinnt auch den Krieg. So sieht es bis zum bitteren Ende einige Staffeln später zumindest Stannis Baratheon. Und so nimmt er die Hilfe der roten Priesterin Melisandre an, um seinen Bruder Renly umzubringen. Die Gefahr, dass sein Verwandter sich mit den Starks verbündet und außerdem ein beim Volk beliebter König wird, ist ihm zu groß. Dieses Problem hat Stannis, der tatsächlich legitime Nachfolger von Robert, nicht.

Atemberaubend:

Ein Frontalangriff auf die Hauptstadt ist selten eine gute Idee. Und doch scheint es in "Blackwater" (deutsch "Schwarzwasser"), der vorletzten Folge der zweiten Staffel, lange so, als könne Stannis mit seiner Armee trotz eines Überraschungsangriffs mit Wildfire (eine Art Game-of-Thrones-Napalm) King's Landing erobern. Doch hier rächt sich der Mord an seinem Bruder und zwar in Form der Tyrells (Margaery war schließlich Renly versprochen - wenn auch zweckmäßig), die sich mit den Lannisters und ihren Truppen verbündet haben und gemeinsam den König und die Hauptstadt retten. Dass HBO für diese Folge die Produktionskosten noch einmal von bis zu diesem Zeitpunkt sechs Millionen US-Dollar auf acht Millionen erhöht hat, macht sich optisch bemerkbar. Blackwater ist übrigens eine von Stand jetzt vier Folgen, bei denen Buchautor George R. R. Martin das Drehbuch beisteuerte - die anderen drei sind "The Pointy End" (Episode 8, Staffel 1), "The Bear and the Maiden Fair" (Staffel 3, Episode 7) und "The Lion and the Rose" (Staffel 4, Episode 2).

Was bleibt?

Der erste Brudermord, die erste große Schlacht, das erste Mal Drachen in Aktion und die Nachtwache trifft das erste Mal aktiv auf die Weißen Wanderer. Dazu verlassen mit Bran und Rickon die letzten der Stark-Familie Winterfell und Jon Snow schließt sich (scheinbar?) den Wildlingen an. Die Anzahl der Hauptcharaktere steigt, die Anzahl der Könige bleibt gleich. Am Ende der zweiten Staffel sind es fünf: Balon Greyjoy, König der Iron Islands, Robb Stark, King in the North, Stannis Baratheon, legitimer König in Westeros, und sein "Neffe" Joffrey auf dem Eisernen Thron.

Statistik:

Neue Hauptfiguren: 10: Varys, Bronn, Samwell Tarly, Davos Seaworth, Melisandre, Stannis Baratheon, Shae, Jeor Mormont, Margaery Tyrell, Tywinn Lannister

Tote Hauptfiguren: Fehlanzeige. Zwar wird Renly Baratheon im Auftrag seines Bruders Stannis ermordet, doch der selbsternannte König war (zumindest dem offiziellen Cast nach) keine Hauptfigur.

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