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Game of Thrones: Folge 3: "Die lange Nacht" im Recap:"Nicht heute"

Was der Episodentitel "Die lange Nacht" bedeutet:

Die alte Erzieherin von Bran spricht in der Serie zuerst davon, aber in den Sagen Westeros' ist die lange Nacht die Zeit, in der die Weißen Wanderer die Welt der Lebenden überrennen. Zum letzten Mal gab es diese, als die Children of the Forest ihre apokalyptische Waffe schufen und diese nur gemeinsam mit Hilfe der Menschen zurückdrängen konnten. Gleichzeitig war das aber wirklich eine lange Nacht. Vom gemeinsamen Sitzen vor dem Lagerfeuer in Episode zwei bis hin zu der Schlacht, die einen qualvollen Tod für alle Verteidiger verspricht und dann doch irgendwie gut endet.

Daran wird man sich bei dieser Episode erinnern:

An Melisandre, die - obwohl aus dem Norden verstoßen - die großen und auch wichtigen Momente hatte. Und das, obwohl sie wusste, dass sie den nächsten Tag nicht erleben wird. Aber wer mehrere hundert Jahre lang lebt, will den Job dann halt auch zu Ende bringen. Schade nur, aber natürlich auch eine Sache der Dramatik, dass von ihren drei großen Maßnahmen erst die letzte wirklich Erfolg hat. Und ironischerweise hat die nicht so viel mit Feuer zu tun, sondern mehr mit Motivation.

Als die rote Priesterin nämlich vor Winterfell erscheint, bringt sie erst einmal Licht ins Dunkel der Dothraki. Melisandres zweite Aktion bringt den Verteidigern Winterfells dann zumindest für kurze Zeit eine Verschnaufpause, ist aber auch nicht wirklich nachhaltig.

Erst als sie Arya im Zustand fortgeschrittener Verzweiflung an ihre Ausbildung erinnert und wie man sich im Angesicht des Todes zu verhalten hat, bringt das Ganze auch mal etwas. Arya nutzt nämlich ihre Assassinen-Ausbildung nicht nur dazu, am Leben zu bleiben, sondern auch, um sich unbemerkt an den Weißen Wanderern vorbeizuschleichen und dem Nachtkönig den entscheidenden Stich zu versetzen.

Bester Auftritt:

Kleine Bärin, ganz groß: Dass Lyanna Mormont nicht nur Jon Snow ordentlich den Kopf waschen kann, beweist sie in dieser Episode. Denn es ist quasi die Definition von heldenhaft, wie sie auf den Riesen losgeht, der in die Burg eingedrungen ist und den offenbar nichts zu stoppen vermag. Auch wenn es hierfür natürlich einige Kandidaten gibt. Aber dass der sie vorher noch in ihrer Rüstung zerquetscht und sie auch noch vom Nachtkönig wiederbelebt wird (und dann mehr oder weniger noch ein zweites Mal stirbt), schmerzt mindestens dreifach.

Wir mochten Winterfell lieber, als es noch...

intakt war. Die stolze Burg der Starks musste im Laufe von Game of Thrones schon so manche Attacke aushalten und konnte immer wieder aufgebaut werden. Dies ist vermutlich auch diesmal der Fall, aber Untote, Riesen und vor allem ein marodierender untoter Viserion haben ziemliche Spuren hinterlassen. Mal sehen, ob sich das im Intro zur nächsten Folge niederschlägt.

Wen wir vermisst haben:

Niemanden. Aber Cersei war nicht dabei. Da hat sie was verpasst.

Wir müssen uns verabschieden von ...

einigen mehr und auch weniger liebgewonnenen Charakteren. Grundsätzlich können wir uns aber fast wundern, dass doch recht wenige wichtige Figuren gestorben sind. Und vor allem "nur" zwei Hauptfiguren. Es sind allerdings auch noch drei Episoden zu spielen. Zur Halbzeit der finalen GoT-Staffel sind nicht mehr am Leben: Eddisson Tollet, 999. Lordkommandant der Nachtwache, Lyanna Mormont (siehe Bester Auftritt), Beric Dondarrion (dem auch eine rote Priesterin in der Nähe nicht mehr helfen konnte), Theon Graufreud (der den Kampf seines Lebens liefert und wohl noch der Punkt im ursprünglichen Schlachtplan ist, der am wenigsten schief lief), Jorah Mormont (der so stirbt, wie er sich das vielleicht immer erhofft hat: in den Armen seiner Khaleesi) und zuletzt Melisandre.

Wie es bei Game of Thrones weitergeht:

Unsere Recken leben. Soweit, so gut. Und auch so überraschend, dass die vermutlich letzte große Schlacht um und vor Winterfell doch so viele überlebt haben. Nachdem die Toten begraben und betrauert wurden - und Bran jetzt keinen Job mehr hat, weil das untote Urböse ja besiegt ist - werden sich die Blicke der Verantwortlichen wieder gen Süden richten. Dort trauert Cersei vermutlich immer noch ihren Elefanten nach. Und Daenerys wird nach dem Nicht-Senden von Lannister-Truppen auch nicht mehr arg viel Lust auf Verhandlung haben. Immerhin: Durch die neu erweckte Nähe zwischen Sansa und Tyrion ergeben sich vielleicht doch noch Möglichkeiten hinsichtlich eines unabhängigen Nordens.

© SZ.de/ebri/cag
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