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"Game of Thrones"-Recap:Neue Folge "Game of Thrones": Nur Geschwister dürfen sich alles sagen

Game of Thrones "Game of Thrones" als interaktive Grafik

Personen-Atlas zu "Game of Thrones"

"Game of Thrones" als interaktive Grafik

In der siebten Staffel endgültig den Überblick verloren? Unsere interaktive Grafik bringt Ordnung ins Beziehungschaos zwischen Menschen, Drachen, Riesen und Zombies - mit einstellbarem Spoiler-Grad.   Von Matthias Huber und Steffen Kühne

Selbst der Verlust von primären Geschlechtsmerkmalen wird knallhart thematisiert. Außerdem in Folge vier: Brienne bekommt endlich männliche Aufmerksamkeit - und ist gar nicht begeistert.

Die sechste Staffel Game of Thrones läuft seit 24. April immer in der Nacht von Sonntag auf Montag auf Sky. Auf SZ.de besprechen wir die einzelnen Folgen jeden Montag für Fans nach. Aber Achtung: Spoilergefahr!

Episode 4: Das Buch des Fremden

Was wir erwartet haben:

Sollte Jon Snow nicht schon längst mit Sansa in Winterfell sitzen? Der Konflikt in Königsmund zwischen Kirche und Krone wird auf kleiner Flamme geköchelt. Und drüben in Essos wird auch nur geredet. Ist die Serie ohne George R. R. Martins Romanvorlage weniger mutig und blutig?

Was passiert ist:

Nach seinem (Nah-)Toderlebnis ist Jon Snow noch nicht ganz wiederhergestellt. Sonst hätte er Castle Black längst Richtung Winterfell verlassen. Vielleicht würde ein Brief von Ramsay Bolton für die nötige Motivation sorgen: "Habe deinen kleinen Bruder! Komm sofort her!" Sein Wiedersehen mit Sansa ist für Snow ein weiterer Grund loszuziehen. Lässt er sich doch gerne von Rothaarigen sagen, was er zu tun hat. Nein, damit ist nicht Tormund Riesentod gemeint. Dafür beweist der Wildling aber, dass er rechnen kann: Ramsay hat 5000 Männer. Er hat 2000 Wildlinge. Für einen Sieg in Winterfell reicht das nach Adam Riese nicht aus. Danke, Tormund.

Zur Rettung eilt Kleinfinger, der endlich in der sechsten Staffel angekommen ist. Sein Auftritt erinnert an einen Kindergeburtstag. Hatte der Einflüsterer in vergangenen Staffeln noch Könige um den kleinen Finger gewickelt, besticht er seinen Zögling Robin nun in bester Stiefvatermanier. Ein Vogel als Präsent reicht aus und schon werden die fehlenden Truppen nach Winterfell geschickt. Lord Baelish, geben Sie sich in Zukunft bitte mehr Mühe.

Leute Kit Harington spoilert - und entgeht einem Strafzettel
Game of Thrones

Kit Harington spoilert - und entgeht einem Strafzettel

Jon Snow weiß also doch was - nämlich, ob er lebt oder nicht. Sein Schicksal auszuplaudern, half "Game of Thrones"-Darsteller Kit Harington mit der Polizei.

In Königsmund wird wesentlich besser intrigiert. Das Motto lautet: Alle gegen die Kirche. Unfair, ist der Bettelpapst doch ein armer Mann - mit einer herzzerreißenden Geschichte: Viel Geld hatte er und war dennoch nicht glücklich. Nach einer durchzechten Nacht mit Frauen und Wein kam die Erleuchtung. In vino veritas. Nun geht der ehemalige Nobelschuster als gottgläubiger Barfüßler viel entspannter durchs Leben. Das könnte sich bald ändern, denn die Königin der Dornen will ihre Enkelkinder Margaery und Loras zurück.

In Meereen verhandelt Tyrion mit den Meistern der Sklavenstädte über die Sklaverei. Seine Lösung klingt nach einem Vorschlag der Bundesregierung: Das Ende der Sklaverei auf sieben Jahre verschieben. Die Freiheit der Sklaven scheint nicht mehr so wichtig, denn Daenerys hat ihre Liebe für die Pferdemänner wiederentdeckt. Zeitgleich bewerben sich Jorah Mormont und Daario Naharis bei Schwiegersohn gesucht. Wem wird die Mutter der Drachen ihr Herz schenken: dem steinernen Stehaufmännchen Jorah oder dem virilen Wildling Daario? Keinem von beiden. Zum Ende der Episode droht sie den versammelten Khals, gibt den weiblichen Terminator und lässt alle Pferde-Machos in Flammen aufgehen. Fragt sich nur, ob auf Daenerys Visitenkarte noch Platz für einen weiteren Titel ist.

Was der Episodentitel bedeutet:

Der "Fremde" ist eine der sieben Gottheiten von Westeros. Sie symbolisiert den Tod. Indoktriniert von Schwester Onella schnappt die inhaftierte Königin Margaery einen Vers aus dem Buch des Fremden auf. Sinnbildlich steht er für die Erkenntnis, dass alle weltlichen Güter letztlich nicht glücklich machen. Spiegelt sich hier die Kapitalismuskritik von Papst Franziskus wider?