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"Game of Thrones"-Recap:Eine Albtraum-Version von "Meine Braut, ihr Vater und ich" und überflüssige Vermummung

Was der Episodentitel bedeutet:

"Blut von meinem Blut" hat Daenerys einst beharrlich in die Kamera geschmachtet, wenn sie von, mit oder über ihren Khal Drogo sprach. Die hat aber eher ausgeschmachtet, also sind andere mit Verbundenheitsbekundungen dran. Bran und Benjen zum Beispiel, die auf ihre unterkühlte Art bestimmt sehr froh sind, mal wieder in familiärer Gesellschaft zu sein. Jaime und Cersei, deren Inzest-Beziehung jetzt, wo sie quasi allein gegen alle stehen, an Feuer zunimmt. Vor allem aber Sam und Gilly: Letztere erlebt eine Albtraum-Version des Ben-Stiller-Films "Meine Braut, ihr Vater und ich". Die noch sympathischste Eigenschaft des Schwiegervaters ist nämlich, in diesem Filmtitel die Position der Braut gar nicht scherzhaft dem Sohn Sam zuzuschreiben. Auch sonst hält sich Randyll Tarly für einen ganzen Kerl, von Frauen- bis zum Fremdenhass alles dabei. "Blut von meinem Blut"? Lieber nicht.

So wird man sich an diese Episode erinnern:

Drehorte von "Game of Thrones"

Urlaub in Westeros

Die sechste Staffel ist eine Staffel der Rückkehrer, da ist auch diese sechste Episode keine Ausnahme. Benjen Stark war so lange von der Bildfläche verschwunden, dass alle Theorien bezüglich seiner möglichen Rückkehr selbst von den hartnäckigsten Träumern nur noch müde belächelt wurde. Also ist "Blut von meinem Blut" die Episode, in der diese eigentlich überraschende Wendung so unzeremoniell und unüberraschend wie möglich vonstatten ging. Vermummte Gestalt rettet Bran? Das Vermummen hätte man sich eigentlich auch gleich sparen können.

Bester Auftritt:

Benjen Stark, aber auch eher, weil die Konkurrenz in dieser Woche besonders schwach war. Daenerys hätte diese Kategorie mit ihrem Drachenritt gerne für sich entschieden, aber ehrlicherweise waren sogar die Monologe in der von Arya besuchten Theateraufführung schmissiger. Also muss Benjen als vermummter Zombiestopper den Tag retten.

Wir mochten Bran lieber, als er noch ...

... einen Hodor hatte. Und einen Three-Eyed Raven. Denn jetzt muss Bran quasi sofort erwachsen werden. Was ja eigentlich nicht schlimm wäre, denn damit haben einige Figuren der Serie nun wirklich lange genug gewartet. Wenn da nicht die in jeder Geschichte dieser Art tausendfach gehörten Heulereien der Sorte "Aber ich bin noch nicht bereit dafür" wären. Dann, lieber Bran, doch lieber so lange Kind bleiben, bis du uns Zuschauern dieses Klischee ersparen kannst.

Wen wir vermisst haben:

Tyrion Lannister. In dieser bierernsten und spröde wegerzählten Episode hätte seine Schlagfertigkeit vielleicht für den ein oder anderen denkwürdigen Moment gesorgt. Selbst Olenna Tyrell, auch dank ihrer herrlich spitzen Kommentare gern "Dornenkönigin" genannt, durfte in ihrer einzigen Szene nur mit den Schultern zucken. "Sie haben gewonnen", sagt sie noch und meint den High Sparrow und seine religiösen Fanatiker. Also die Prediger unterwürfiger Langeweile.

Wie es weitergeht:

Jaime reist in die Riverlands, um die Armee von Brynden Tully zu stoppen. Sansa und Jon Snow reisen in die Riverlands, um sich mit der Armee von Brynden Tully - übrigens ihr Großonkel - zu verbünden. Mittendrin: Walder Frey, den nun wirklich überhaupt niemand leiden kann, die Starks aber ganz besonders wenig. "The Broken Man", "der gebrochene Mann", heißt die siebte Episode. Aber wer ist damit gemeint? Walder? Jaime? Jon Snow? Oder vielleicht Theon Greyjoy? Oder sogar ein weiterer Totgeglaubter, der in die Serie zurückkehren darf?

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels konnte der Eindruck entstehen, dass Jaime und Brienne in dieser Folge aufeinandertreffen. Wir haben das deutlicher formuliert.