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Spin-off der Serie "Game of Thrones":Menschen am Strand

Serie ´House of the Dragon"

Emma D'Arcy als Prinzessin Rhaenyra Targaryen und Matt Smith als Prinz Daemon Targaryen in "House of the Dragon".

(Foto: Ollie Upton; HBO/dpa)

Erste Bilder des "Game of Thrones"-Spin-offs "House of the Dragon" kursieren im Netz. Was wollen uns die Macher damit sagen?

Von Nicolas Freund

Fans von Game of Thrones hatten es zuletzt nicht leicht. Das hingeschluderte Ende der Serie enttäuschte 2019 viele Anhänger, und Autor George R. R. Martin, auf dessen Büchern die irrsinnig erfolgreiche Serie beruht, macht alles Mögliche, aber er schreibt die Reihe nicht weiter. Schon vor Jahren beschrieb er seinen Zustand selbst als "quixotic", in Anlehnung an die Figur des Don Quixote, der vor lauter Ritterromanen den Verstand verloren hat. Der letzte Teil der Buchreihe erschien vor zehn Jahren, und wahrscheinlich war das Ende der TV-Serie auch deshalb so für viele enttäuschend, weil es eigentlich noch gar keines gibt.

Zu den Dingen, die Martin stattdessen in den vergangenen Jahren gemacht hat, gehörte das Buch "Feuer und Blut", ein Game of Thrones-Ableger über das Geschlecht der Targaryens, dem auch die beliebte Hauptfigur Daenerys angehört, in der Serie gespielt von Emilia Clarke. Nachdem sich die Serienmacher von einer nicht vorhandenen Geschichte nicht vom Serienmachen hatten abbringen lassen, besannen sie sich für die geplante Fortsetzung nun wieder auf eine Textvorlage. Auf diesem Buch, das mehr erfundene Geschichtsschreibung als Roman ist und bis zu 300 Jahre vor den Ereignissen der Hauptserie spielt, soll nun das für kommendes Jahr geplante Spin-off House of the Dragon beruhen, von dem gerade die ersten Bilder auf Twitter veröffentlicht wurden.

Sie zeigen allesamt Menschen am Strand, die sehr ernst gucken, als wüssten sie schon, dass in Game of Thrones traditionell viel gestorben wird und selbst von den Fans heiß geliebte Hauptfiguren oft keine hohe Lebenserwartung haben. Gedreht wird gerade in Großbritannien, und der Strand soll wohl schon klarmachen, dass es irgendwie auch um Seefahrt geht, denn in den Büchern und der Serie berufen sich die Targaryens auf Aegon I., eine Art Mischung aus Kolumbus und Napoleon dieser fiktionalen Welt.

Serie ´House of the Dragon"

Steve Toussaint als Lord Corlys Velaryon oder "The Sea Snake".

(Foto: Ollie Upton; HBO/dpa)

Das erste Bild zeigt nun nach Aussage der Serienmacher Prinzessin Rhaenyra Targaryen (Emma D'Arcy) und Prinz Daemon Targaryen (Matt Smith), beide mit den für ihr Adelsgeschlecht charakteristischen weißblonden Haaren. Wahrscheinlich veröffentlichte der Sender HBO, auf dem die Serie in den USA laufen soll, die Fotos, weil ein paar Schnappschüsse von diesem Strandspaziergang der beiden im Netz kursierten.

Schon im ersten Buch der Reihe von 1996 wird erwähnt, die beiden Targaryen-Geschwister Aegon II. (bitte nicht verwechseln mit Aegon I.) und ebenjene Rhaenyra in dem Bild hätten sich um die Thronfolge gestritten. Es ist wohl kein großer Spoiler, dass dort auch erwähnt wird: Beide überleben den Streit nicht. In der neuen Serie wird also wieder um den Platz auf einem Thron gekämpft und viel gestorben werden, acht Staffeln davon waren wohl noch nicht genug.

Das zweite Bild zeigt Steve Toussaint als "The Sea Snake", was wohl im Deutschen gnadenlos als "Die Seeschlange" übersetzt werden wird. Die Figur soll der größte Seefahrer überhaupt in der fiktionalen Welt der Serie sein, und ein paar Entdeckerabenteuer könnten tatsächlich frischen Wind in die Serie bringen. Viele begrüßten auch, dass ein schwarzer Schauspieler von Beginn an zu den Hauptdarstellern zu gehören scheint.

Serie ´House of the Dragon"

Olivia Cooke als Alicent Hightower und Rhys Ifans als Otto Hightower.

(Foto: Ollie Upton; HBO/dpa)

Das dritte Bild zeigt noch mehr Menschen in unpraktischer Strandkleidung: Alicent (Olivia Cooke) und Otto (Rhys Ifans), beide von dem Adelshaus Hightower, das in der Serie bisher eine untergeordnete Rolle spielte. Laut den viele Seiten umfassenden Anhängen in den Büchern Martins teilen sie weniger die brutalen Machtspielchen der anderen Häuser, sondern stehen für Handel, Bildung, Glauben und unterhalten so etwas wie eine Universität.

Ob mit der scheinbar größeren Rolle dieses Adelshauses auch der Serie eine neue Richtung gegeben werden soll, ist aber Spekulation. Wird es theologische Exkurse über Drachen geben? Vorlesungen über die feineren Verästelungen der verschiedenen Adelsgeschlechter? Es ist eher davon auszugehen, dass sich auch Feuer und Blut wieder an den Ausflügen in den Softporno und die drastischen Gewaltdarstellungen orientieren wird, mit denen Game of Thrones auch berühmt geworden ist. Aber diesmal vielleicht wieder mit so etwas wie einer nicht nur skizzierten Handlung.

© SZ/hy
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