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Game of Thrones: Folge 5 "Die Glocken" im Recap:Keine Helden, nur Verlierer

Game of Thrones Staffel 8 Folge 5

Hauptstadt unter Belagerung: Vor King's Landing sammeln sich die Streitkräfte Cerseis und Daenerys'.

(Foto: HBO/Sky)

Die finale Konfrontation zwischen Cersei und Daenerys ist da. Doch bei der Schlacht um King's Landing gewinnt niemand.

Am 15. April startete die achte und letzte Staffel von Game of Thrones, der Fantasyserie aus dem Hause HBO. Die Episoden laufen immer in der Nacht von Sonntag auf Montag erstmals bei Sky und sind ab Dienstag auch Amazon Prime Video und iTunes verfügbar. Auf SZ.de besprechen wir die einzelnen Folgen direkt nach Erscheinung. Achtung, Spoilergefahr!

Folge 5: Die Glocken

Was wir erwartet haben:

Die Reaktionen auf die vierte Folge waren, vorsichtig formuliert, ausbaufähig. Klar: Daenerys hätte sehen können/müssen, dass die Flotte von Euron unter ihr umherschifft und eine potentielle Gefahr darstellt. Und dass Missandei die Gefangenschaft durch Cersei nicht überleben wird, war auch zu erwarten. Abseits von alldem war da natürlich noch die Sache mit dem Kaffeebecher... Besonders in der zweiten Hälfte von "Die Letzten der Starks" wurde aber klar, dass Game of Thrones wieder zu seinen Wurzeln zurückkehrt: zu beinharter Real- und Machtpolitik.

Also genug lamentiert. Es sind schließlich nur noch zwei Folgen. Und auf die Leere nach dem Ende der Serie haben sicher die wenigsten Lust. Freuen wir uns also auf das, was noch kommen könnte: Miguel Sapochnik führt bereits zum zweiten Mal in der letzten Staffel Regie. Zuvor drehte er "Die lange Nacht". Es könnte also wieder atemberaubend werden. Wichtige Fragen unter anderem: Wird Daenerys eine Lösung für die Lannister-Ballisten (also die Artillerie-Version von Armbrüsten) finden? Wird Euron sich vielleicht doch noch wundern, wie Tyrion wissen kann, dass seine, Tyrions, Schwester wieder schwanger ist? Außerdem sind mit dem Hound, Arya und zuletzt Jaime drei Protagonisten gen Süden unterwegs, die auf unterschiedliche Weise Rechnungen mit Cersei offen haben. Und auch der Norden wird in Person von Sansa und Bran, eventuell auch Tormund (und Ghost!) noch etwas zu sagen haben.

Was passiert ist:

Eines eint die Königinnen Cersei und Daenerys inzwischen: Ihre Verbündeten und ihr Volk sind beiden herzlich egal. Eine Eigenschaft, die sie von dem König trennt, der keiner sein will, aber wohl jede Wahl dazu gewinnen würde. Doch ob Jon Snow seine Loyalität zu seiner Tante noch allzu lange durchhalten kann oder will, darf nach dieser Folge bezweifelt werden.

Was war Ihr ganz persönliches Best of GoT?

Hodor, die Red Wedding oder vielleicht "You know nothing, Jon Snow"? Welcher Charakter, welcher Moment oder welches Zitat aus Game of Thrones wird Ihnen am meisten in Erinnerung bleiben? Schicken Sie uns Ihr ganz persönliches Best of GoT mit einer kurzen Begründung an kultur-online@sz.de - und nennen Sie uns Ihren Namen (Nachname auch abgekürzt). Eine Auswahl der Einsendungen wird auf SZ.de veröffentlicht.

In Westeros kann man offenbar nur sehr schnell reisen, nämlich mit dem Drachen oder per Schiff - oder sehr langsam, nämlich auf dem Landweg. Nachdem Jon im nichtsdestotrotz rekordverdächtigem Tempo seine Truppen nach Süden geschafft hat, geht es nach kurzem Hinrichtungs-Zwischenstopp auf Dragonstone direkt weiter nach King's Landing, um dort Tatsachen zu schaffen.

All das Zureden von Tyrion und der nächste (vielleicht sein letzter) Verrat bringen nichts: Daenerys greift an. Sie hat die Schwächen der Drachen-Abwehr erkannt: die Trägheit beim Zielen. Ein wenig komisch ist es aber schon, dass die Riesen-Armbrüste in der letzten Folge noch recht problemlos Drache zwei vom Himmel pusten konnten. Drache drei ist in dieser Gefahr nicht mehr.

Die Verteidiger von Cersei sind nach der Hälfte der Folge geschlagen, erkennen das auch und ergeben sich. Doch Daenerys und ihre Truppen wollen keine Gefangenen. Und offenbar auch keine Untertanen. Denn die folgende Zerstörung der Hauptstadt ist nicht nur unnötig, sondern auch grausam. Vielleicht will die Drachenkönigin ihrer Kontrahentin auch nicht die Chance geben, Zivilisten als menschliche Schutzschilder zu benutzen (was definitiv ihr Plan war), doch das Problem hätte man auch mit weniger Opfern lösen können.

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Währenddessen versuchen sowohl Jaime als auch Arya und der Hound in die Zitadelle zu kommen. Letztere haben dabei schneller Erfolg, doch die jüngste Stark-Tochter wird von ihrem Begleiter ein letztes Mal gerettet und nach Hause geschickt. Und Cerseis Bruder gelangt zwar über Umwege zu ihr, wird aber auf dem Weg noch vom zwischenzeitlichen Liebhaber Euron tödlich verwundet. Den Inselmann erledigt er allerdings mit letzter Kraft und setzt nach dessen Ansicht damit einen weiteren König auf seine Liste. Ein wenig schwer fällt es auch zu glauben, dass seine Gefühle für Brienne nur vorgespielt waren. So enden die beiden wiedervereint in den Trümmern der Burg.

Und Jon? Der will mit dem Massaker an sich ergebenden Lannister-Truppen nix zu tun haben. Zwar verteidigt er sich, als er angegriffen wird, doch versucht er auch seine Leute zurückzuhalten und beschützt die Schwachen. Schließlich befiehlt er seinen Mannen den Rückzug. Die Schlacht gegen Cersei ist gewonnen. Doch der Preis ist für jeden zu hoch.