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"Game of Thrones"-Finale von Staffel 6:Game of Thrones: Legendäre Abrissparty

Bei Cersei wird es heiß, bei Daenerys kühlt es eher etwas ab.

(Foto: Collage: SZ.de / HBO)

Im Finale der sechsten Staffel lüftet sich das Geheimnis um Jon Snows wahre Eltern - zumindest ein bisschen.

Die sechste Staffel Game of Thrones geht zuende. Seit 24. April läuft sie immer in der Nacht von Sonntag auf Montag auf Sky. Auf SZ.de besprechen wir die einzelnen Folgen jeden Montag für Fans nach. Aber Achtung: Spoilergefahr!

Episode 10: Die Winde des Winters

Was wir erwartet haben:

Es gibt wieder einen Stark in Winterfell! Beziehungsweise: eine Stark. Sansa hat gemeinsam mit ihrem Halbbruder Jon ihre Heimat zurückerobert. Aber welchen Preis verlangt Littlefinger dafür, dass er in letzter Sekunde zur Rettung geeilt kam? Und wie gut ergeht es Cersei in King's Landing, wenn der Lumpenpapst High Sparrow sie wegen ihrer Sünden vor das Kirchengericht zerrt? Die Idee, das Problem einfach mit roher Mountain-Gewalt zu lösen, ist ja vom Tisch. Oder?

Was passiert ist:

Wäre Jaime nur mal daheim geblieben! Dort, in der Hauptstadt King's Landing nämlich, muss sich Königsmutter Cersei vor dem Kirchengericht verantworten. Weil sie gegen diverse göttliche Gebote verstoßen hat, der Inzest mit ihrem Cousin Lancel ist noch so ziemlich das Geringste. Während der ebenfalls angeklagte Loras Tyrell - der, der einst Sansa eine Rose schenkte und anschließend mit Königsanwärter Renly ins Bett stieg - in der Kathedrale ganz den Geläuterten gibt, beschließt Cersei, den Prozess aus der Ferne zu beobachten. Aus weiter Ferne: Vom Balkon des Königspalastes nämlich.

"Game of Thrones", so heißt es, soll noch zwei (wenn auch etwas kürzere) Staffeln weitergehen. Und weil sich kein Mensch und nicht einmal HBO leisten kann, so viele Haupt- und Nebendarsteller zu bezahlen, hat Cersei einen Plan: Einfach alle anzünden, all die Tyrells und Lumpenpriester samt Lumpenpapst und sogar Onkel Kevan und Cousin Lancel. Ihr hauseigener Dr. Frankenstein, Maester Qyburn, hilft nach Kräften. Was Cersei allerdings nicht erwartet hat: Auch ihr Sohn, König Tommen, leistet zur finanziellen Misere der Show seinen Beitrag und verleiht bei dieser Gelegenheit der Stadt "King's Landing" mal eben ihren Namen. Als Jaime endlich zum Schauplatz dieser wirklich legendären Abrissparty zurückkommt - inklusive Gesichtsausdruck der Marke: Was zur Hölle hab ich verpasst??? -, kann er nur noch dabei zusehen, wie sich Darth Cersei zur Königin krönen lässt. Ja, dann kann sich der "Kingslayer" in Staffel sieben wenigstens noch den Titel "Queenslayer" aneignen.

Anderer Ort, anderer König. Beziehungsweise noch nicht ganz. Jon Snow hat gerade erst seine Heimat Winterfell zurückerobert und muss sofort das erste salomonische Urteil fällen. Er schickt die rote Priesterin Melisandre für den Mord an Prinzessin Shireen Baratheon ins Exil. Gut nur, dass Melisandres Kollege Thoros offenbar bereits auf dem Weg Richtung Norden ist. Sie wissen schon: Falls Jon Snow mal wieder irgendeinem seiner zahlreichen Feinde ins Messer laufen sollte.

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Immerhin hat Jon von diesen Feinden jetzt ein paar weniger. Es braucht nur die beherzte und von Davos überstolz beobachtete Ansprache der zehnjährigen Lyanna, und schon sind all die langbärtigen und bassstimmigen Teilzeit-Wikinger bereit, Jon zum neuen "König im Norden" auszurufen. Wollen wir hoffen, dass dieser Titel Jon weniger Unglück bringt als seinem Doch-Nicht-Bruder Robb. Achja, richtig, das ist jetzt auch endlich per Bran-Vision geklärt: Jon ist gar nicht der uneheliche Sohn von Ned Stark, sondern von dessen Schwester Lyanna Stark. Interessanter als die Mutter ist aber eigentlich der Vater: Alle Zeichen deuten darauf hin, dass Jon Snow der Sohn von Rhaegar Targaryen ist - und damit der Neffe von Drachenmama Daenerys.

Tante Daenerys im fernen Mereen nutzt die Gelegenheit des frisch gewonnenen Kriegleins dazu, sich ihrer romantischen Altlasten zu entledigen und schickt den feschen Söldnerburschen Daario Naharis in die Freundschaftszone zu Jorah Mormont. Tyrion hingegen darf ihr kurz vor der Abreise nach Westeros ganz platonisch die Treue schwören: "Ich würde Euch mein Schwert versprechen", sagt er. "Aber ich besitze gar keines." Kein Problem, denkt der "Herr-der-Ringe"-erfahrene Zuschauer. Menschen von Tyrions Körpergröße besitzen in der Regel ohnehin eher Äxte. Kein Problem, denkt auch Daenerys, und heftet ihm eine schwertförmige Brosche ans Revers, die ihn zur "Hand der Königin" macht.