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Game of Thrones Episode "Sturmtochter" im Recap:Für Pokémon ist in Game of Thrones kein Platz

Was der Episodentitel bedeutet:

Daenerys trägt den Beinamen "Stormborn", sturmgeboren, weil während ihrer Geburt über Drachenstein ein legendäres Sauwetter herrschte. Der Targaryen-Kriegsrat in Drachenstein darf sich zu Beginn der Episode "Sturmtochter" also nochmals an dieses Wetterereignis erinnern, ehe dann etwa 45 Serienminuten später ihre Flotte versenkt wird - genau wie damals die verbleibende Flotte der Targaryens. Noch mehr Zufälle: Die rote Priesterin Melisandre taucht auf, um ihr von der Prophezeiung um den Weltretter Azor Ahai zu erzählen: der Prinz, der inmitten von Rauch und Salz geboren werden soll. Rauch und Drachen, Salz und das Drachenstein umgebende Meer, und dann ist "Prinz" wohl auch noch ein Übersetzungsfehler und könnte genausogut Prinzessin heißen ... Kurz: Daenerys wird sich bald mit Jon Snow, dem anderen heißesten Anwärter auf den Azor-Ahai-Titel, ernsthaft unterhalten müssen.

So wird man sich an diese Episode erinnern:

Als die Episode, in der man für eine Katastrophe endlich einmal dankbar sein kann. Ja, die Sandschlangen mochte niemand so richtig und es ist kein Verlust, wenn sie weg sind. Viel wichtiger war aber das absolut großartige Timing von Euron Greyjoys Wrestlemania-reifem Auftritt. Er kracht genau dann mit seiner Enterbrücke auf ein paar Daenerys-treue Soldaten herab, als in der Kapitänskajüte gerade Yara Greyjoy und Ellaria Sand offenbar aus einem Porno-Drehbuch zitieren. Noch mehr schauderhaft peinliche Doppeldeutigkeiten um "feindliche Invasionen" hätte wohl kaum jemand ertragen.

Game of Thrones "Game of Thrones" als interaktive Grafik
Personen-Atlas zu "Game of Thrones"

"Game of Thrones" als interaktive Grafik

In der siebten Staffel endgültig den Überblick verloren? Unsere interaktive Grafik bringt Ordnung ins Beziehungschaos zwischen Menschen, Drachen, Riesen und Zombies - mit einstellbarem Spoiler-Grad.   Von Matthias Huber und Steffen Kühne

Bester Auftritt:

Damit hätte Euron Greyjoy eigentlich auch gute Chancen auf diese Auszeichnung. Aber nicht in dieser Woche. Denn was ist schon ein größenwahnsinniger Piratenkönig gegen einen Arya-großen Wolf? Die jüngste Stark ist gerade im Wald unterwegs, als sie plötzlich von einem Wolfsrudel umzingelt und angeknurrt wird. Bis die Anführerin des Rudels auftaucht: Die riesenhafte Nymeria, einst von Arya als Welpe adoptiert und dann zum Schutz vor dem rachsüchtigen Joffrey davongejagt, hat sich inzwischen in Wolfskreisen offenbar einen Namen gemacht. Versteht sich von selbst, dass Arya ungebissen davonkommt. Nur anschließen will sich die Wölfin der Stark-Heimkehrerin nicht - das wäre dann wohl doch zu viel der Pokémon-Tierfreundschaft. Stattdessen ein rührender Abschied zwischen dem nicht mehr ganz so wilden Mädchen und dem jetzt so richtig wilden Tier. Für immer?

Grey Worm mochte sich selbst lieber, als er noch ...

... keine Angst vor irgendetwas hatte. So erzählt er jedenfalls von seiner Kindheit als kastrierter Sklavenkrieger. All die anderen hätten sich vor irgendwas gefürchtet und um sie abzuhärten, haben die Ausbilder sie mit ihrer Angst konfrontiert: "Wenn sie es überleben, gut, wenn nicht, auch gut." Jetzt steht er in seinen Gemächern auf Drachenstein und schaut betreten zu Boden, als ihm Missandei gegenübertritt. Sie sei seine Schwäche, fasst er die bislang schönste Liebeserklärung der ganzen Serie zusammen. "Ich hatte keine Angst. Bis ich Missandei traf. Jetzt habe ich Angst."

Wen wir vermisst haben:

Ser Bronn von Blackwater. Der Ex-Söldner-jetzt-Ritter mit der so lockeren Schnauze, dass selbst Tyrion Lannister bisweilen die Antworten ausgingen, wird bei Jaime dringend gebraucht. Nicht mehr so sehr als Schwertkampftrainer und Ersatz-Hand, sondern als Stimme der Vernunft. Irgendjemand muss ihm ja mal seine Cersei-Hörigkeit austreiben.

Wie es weitergeht:

Es ist eigentlich egal, was Cersei und Arya und Sansa und Sam für Großtaten geplant haben und wie triumphal Euron die gefangene Ellaria Sand in King's Landing als Hochzeitsgeschenk für Cersei präsentieren wird. Ganz Westeros wird sowieso nur über das kommende Traumpaar Jon und Daenerys reden, die sich endlich kennenlernen. Aber Game of Thrones wäre nicht Game of Thrones, wenn in Westeros so etwas wie Liebe auf den ersten Blick existieren würde (Grey Worm und Missandei zählen nicht, das war ein anderer Kontinent). Stattdessen dürfte Dany Jon erst einmal als Rivalen um ihren Thron begreifen und die Sache mit der Gefahr im Norden sowieso nicht ernst nehmen. Vielleicht hilft es, wenn sich Jon mal von einem von Daenerys' Schoßdrachen beschnuppern und als Targaryen-Verwandter identifizieren lässt?