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Game of Thrones Episode "Jenseits der Mauer" im Recap:Wie lange steht die Mauer noch?

Was der Episodentitel bedeutet:

Zuerst und ganz offensichtlich ist "Jenseits der Mauer" Ortsangabe, denn etwa zwei Drittel der Episode spielen genau dort. Aber spätestens jetzt muss man sich auch Sorgen machen, was zeitlich jenseits der - aus Eis gebauten - Mauer passiert. Ob so ein Drache jetzt, nur weil er plötzlich blaue Augen und ein Loch im Hals hat, nur noch Feuer mit einer Temperatur unter dem Gefrierpunkt spucken kann? Denn falls nicht, dann dürfte es in der Gegend rund um Eastwatch bald einen kurzen aber heftigen Sommer-Einbruch geben ...

So wird man sich an diese Episode erinnern:

Als die Episode, in der Jon endlich auf die Knie geht. Oder gehen würde, wenn er könnte. Wie sich Tante Daenerys und Neffe Jon auf dem Schiff nach Süden in die Augen schauen, lässt wenig Zweifel zu: Cersei und Jaime haben als Inzest-Traumpaar von Westeros also bald ausgedient. Zuerst aber nur züchtiges Händchenhalten, Messerwunden-Anstarren und Gemeinsam-um-Drachen-Trauern. Nur "Dany" anstelle von Daenerys, das würde sie jetzt nun wirklich keinem empfehlen. Aber dann, als das Knistern zwischen Westeros' begehrtestem Junggesellen und seiner Tante zu laut wird, besinnt sich die Drachenmama gerade noch rechtzeitig: "Du solltest dich ausruhen", sagt sie. Und Jon Snow, ganz der brave Neffe, kneift gehorsam die Augen zu.

Bester Auftritt:

Der Nachtkönig höchstpersönlich. Er hat in den 8000-Plus-Jahren, die er bereits im hohen Norden vor sich hin friert, offensichtlich viel gelernt. Nicht nur sind seine Speerwurf-Fähigkeiten bei den Olympischen Spielen von Westeros definitiv medaillenreif. Es mehren sich die Anzeichen, dass er auch mit dem hellsichtigen Bran mithalten kann. Denn erstens hat er die Justice League genau so lang belagert, bis Daenerys und ihre Drachen nur noch wenige Flügelschläge entfernt waren. Zweitens hatte er ganz zufällig auch noch die passenden Anti-Drachen-Speere in der Satteltasche seines Adjutanten. Und drittens hatte er sogar die entsprechenden Ketten dabei, um den abgesoffenen Viserion aus dem See zu fischen.

Wir mochten Tyrion lieber, als er noch ...

... etwas weniger staatsmännisch aufgetreten ist. Man sollte es ihm vielleicht nicht zu laut sagen, aber so ein bisschen trauern wir seinem epikureischen Lebensstil mit Wein, Weib und Gesang schon nach. Stattdessen gibt er inzwischen nicht nur den weisen Ratgeber, sondern geht Dany - Entschuldigung: Daenerys - auch noch mit garstiger Weitsicht in Sachen Thronfolge und Kinderkriegen auf die Nerven. Wird höchste Zeit, dass Bronn die Seiten wechselt und Tyrion wieder erdet! Von Daenerys bekommt er vielleicht sogar endlich die versprochene Burg. Casterly Rock, zum Beispiel.

Game of Thrones "Game of Thrones" als interaktive Grafik
Personen-Atlas zu "Game of Thrones"

"Game of Thrones" als interaktive Grafik

In der siebten Staffel endgültig den Überblick verloren? Unsere interaktive Grafik bringt Ordnung ins Beziehungschaos zwischen Menschen, Drachen, Riesen und Zombies - mit einstellbarem Spoiler-Grad.   Von Matthias Huber und Steffen Kühne

Wen wir vermisst haben:

Bran Stark. Oder wahlweise Melisandre. Nicht, weil uns der Sinn nach esoterischem Wahnsinn steht. Aber einer der beiden hätte immerhin verhindern können, dass Gendry einen Marathonlauf absolvieren, ein Rabenbriefträger den halben Kontinent nach Süden abfliegen und Dany mit drei Drachen nach Norden hetzen muss. Und all das in wenigen Stunden. Wie? Na ja, Bran hätte ja mit seinen hellseherischen Fähigkeiten mal etwas Nützlicheres anstellen können, als im Baum-Netz nach Leaks der nächsten Episode zu suchen, und einfach schon ein paar Tage früher einen Raben zu Dany schicken, damit sie auch pünktlich ankommt. Oder Melisandre hätte ihren unmotivierten Abschied aus Dragonstone ein paar Episoden nach hinten legen können und beim berufsmäßigen Kaminfeuer-Starren eine Vision haben können. Da ist die Buchvorlage einmal ein paar Jahre verspätet, und schon passiert sowas!

Wie es weitergeht:

Winterfell dürfte in der nächsten Episode zum Ort der wichtigsten Entscheidung werden. Wer hintergeht hier gerade wen? Reicht es Arya mit der hochnäsigen großen Schwester und sie zieht sich jene Nase samt dazugehörigem Gesicht bald selbst über? Oder begeht Sansa immer noch den Fehler, Littlefinger im falschen Moment zu vertrauen? Aber warum hat sie dann Brienne "Big Woman" von Tarth nach King's Landing geschickt? Und was passiert eigentlich in King's Landing? Wird sich Cersei, die ja selbst einen Mountain-Zombie am Hofe hat, von dem Eiszombie wirklich beeindrucken lassen? Außerdem, wenn der Hound schon mal in der gleichen Stadt wie sein untoter Bruder ist: Kommt es doch noch zum Cleganebowl?