bedeckt München 20°

Game of Thrones: Folge 2: "Ein Ritter der sieben Königslande" im Recap:Schlaflos in Winterfell

Game of Thrones Episode E0802 - Das Lied von Eis und Feuer.

Richterin und Klägerin in einem: Daenerys in Episode 2 der finalen GoT-Staffel.

(Foto: HBO)

In Winterfell stehen die Zeichen auf Schlacht. In Folge 2 der finalen "Game of Thrones"-Staffel bemühen sich die Anwesenden, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Einer Person gelingt das nur bedingt.

Am 15. April startete die achte und letzte Staffel von Game of Thrones, der Fantasyserie aus dem Hause HBO. Die Episoden laufen immer in der Nacht von Sonntag auf Montag erstmals bei Sky und sind ab Dienstag auch Amazon Prime Video und iTunes verfügbar. Auf SZ.de besprechen wir die einzelnen Folgen direkt nach Erscheinung. Achtung, Spoilergefahr!

Folge 2: Ein Ritter der sieben Königslande

Was wir erwartet haben:

Wenn Blicke töten könnten... hätte sich Jaime beim Anblick von Bran im Hof von Winterfell vermutlich selber umgebracht. Der hat nämlich schon während der ersten Episode "Winterfell" angekündigt, dass er auf einen alten Freund wartet. Und damit den Königsmörder und Aus-dem-Fenster-Schubser gemeint. Auch bei den anderen anwesenden Starks und Targaryens dürfte er weniger gut gelitten sein, schließlich hat er den ersten inoffiziellen Titel wegen des Mordes an Daenerys' Papa, beziehungsweise Jons / Aegons (können wir uns hier auf einen Namen einigen?) Opa. Auch das Tanten-Neffen-Verwandtschaftsverhältnis dürfte in vielerlei Hinsicht neue Probleme aufwerfen. Zumal auch die meisten Norderner noch nichts von ihrem Glück wissen.

Die Armee des Nachtkönigs ist währenddessen vermutlich weiter auf dem Weg nach Winterfell. In der vergangenen Folge hat sie ja auf Hälfte der Strecke Halt gemacht und eine Wand-"Malerei" als Nachricht hinterlassen. Die Überhol-Idee von Tormund, Beric und Co. dürfte, wenn überhaupt, nur knapp aufgehen, und hoffentlich gibt es hier ein Wiedersehen des rothaarigen Wildlings mit seiner Angebeteten Brienne. Außerdem werden sich Cersei und Euron entscheiden müssen, wie sie auf die Flucht von Yara reagieren. Nach vielen Wiedersehen und Referenzen in der ersten Folge wartet nun also hoffentlich das, was GoT normalerweise sehr gut kann: Handlung!

TV-Serien Was bislang bei Game of Thrones geschah
GoT-Zusammenfassung

Was bislang bei Game of Thrones geschah

Der Kampf um den Eisernen Thron endet. Hier finden Sie die Zusammenfassung dessen, was in den bisherigen sieben Staffeln der Serie passiert ist. Natürlich mit Spoilern.   Von Xaver Bitz

Was passiert ist:

Okay, das mit den Wiedersehen und den Referenzen hört auch in der zweiten Folge nicht wirklich auf, wird aber weniger und vor allem: intensiver. Und es zeigt sich bei allen Akteuren, ob sie mit ihrer Vergangenheit gut umgehen können, nämlich das große Ganze betrachten, Schlüsse daraus ziehen und vergeben. Oder ob die Rache regiert und die jüngere Generation damit die Fehler ihrer Eltern wiederholt.

Daenerys würde das wohl sehr gerne. Denn als der Angeklagte Jaime vor dem Gericht - bestehend aus ihr, Jon und Sansa - steht, ist sie Richterin und Klägerin in einem. Vergangenheit und Gegenwart vereinen sich in ihren Vorwürfen, denn nicht nur schlitzte der Königsmörder einst ihrem Vater Aegys die Kehle durch und beendete damit die Herrschaft der Targaryens, seine Schwester versprach in der vorvorletzten Folge auch noch, eine Armee zu schicken. Ob die Lebenden mit den Lannister-Truppen bessere Chancen gehabt hätten, ist die eine Frage. Ob man sein Versprechen halten sollte, eine andere.

In dieser Sache sind sich zunächst sogar Daenerys und Sansa einig, deren beider Kleider im Übrigen immer düsterer und Rüstungs-ähnlicher werden. Doch letztere schert dann doch aus dem gemeinsamen Anklage-Kurs aus, als ihre Leibwächterin Brienne sich für den einstigen Gefährten stark macht. Der erhält sein Schwert wieder und darf in der nächsten Folge für die Lebenden kämpfen. Und sich vielleicht bei Brienne revanchieren, unter deren Kommando er antritt. Auffällig bei dem Tribunal zu Beginn ist auch die Sitzordnung: Während in der ersten Folge noch Jon in der Mitte zwischen Daenerys und Sansa saß, hat diesmal die Drachenkönigin den zentralen Platz.

Daenerys wird von Berater Jorah zur Räson gebracht. Der erinnert sie daran, warum sie Tyrion dereinst zur Hand machte, nämlich nicht wegen seiner teils neunmalklugen, teils zynischen Sprüche, sondern wegen seines wachen Geistes.

Mit Theon, Tormund, Beric und der Nachtwache trifft die letzte Verstärkung vor der großen Schlacht ein. Sie bringen auch Updates über den Feind. Zumindest über die Größe des gegnerischen Heeres macht sich niemand eine Illusion, wie wir bei der Schlachtplanung merken. Apropos: Da ist Daenerys im heimischen Dragonstone aber andere Tische gewohnt! Bran bringt bei der Taktikbesprechung wieder ein paar Bran-Sprüche. Was er mit denen genau meint, erklärt er nicht so richtig. Aber es fragt auch keiner so richtig nach.

Ansonsten sind es die kleinen Momente, die die neue GoT-Folge zu einer blutverlustarmen, aber trotzdem sehenswerten machen: Davos bekommt seinen Throwback-Moment mit einem Mädchen, das ihn schmerzhaft an die auf dem Scheiterhaufen verbrannte Tochter von Stannis Baratheon erinnert. Oder als Tyrion (der langsam wieder zu alter Geisteskraft zurückfindet - dem Wein sei Dank) einmal mehr seine eigentlich geplante Todesfantasie erklärt, und dabei von Bruder Jamie unterbrochen wird, denn der kennt die Story schon zu genüge. Oder Arya und Sandor Clegane, die letzte mögliche Konfliktherde klären. Und nicht zu vergessen Jons Schattenwolf "Ghost", der folgenlang verschollen war, nun aber zumindest einen kurzen Auftritt bekommt.

Wie es sich für einen guten Abend vor der großen Schlacht gehört, gibt es ein melancholisches Lied, das die Kämpfer in das ziemlich sicher blutige Morgengrauen entlässt.