Fußball:Meilenweit weg

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"Die Zahl ist unwahr": ARD-Programmdirektor Volker Herres dementiert die Meldung eines Mediendienstes, der zufolge Mehmet Scholl als Fußball-Fernsehexperte 50000 Euro verdienen soll - pro Tag.

Von Hans Hoff

"Die Zahl ist unwahr und meilenweit von der Wirklichkeit entfernt." Sehr deutlich hat ARD-Programmdirektor Volker Herres am Dienstag in Bonn die Meldung eines Mediendienstes dementiert, der für den Fußballexperten Mehmet Scholl eine Tagesgage von 50 000 Euro vermeldet hatte. Wie viel Scholl genau erhält, wollte Herres nicht sagen und berief sich auf Verschwiegenheitsklauseln in den entsprechenden Verträgen. Er wollte nicht einmal die Frage beantworten, ob Scholl Vertragspartner der ARD oder eine Tochterfirma ist. Gleiches gelte für die Zahlen, die kürzlich zu den neu vergebenen Bundesligarechten kursierten. Denen zufolge soll die ARD jedes Jahr 34 Millionen Euro mehr als bisher bezahlen.

"Die Zahlen sind falsch", so Herres. Forderungen nach Offenlegung aller Zahlen erteilte Herres erneut eine klare Absage. Man sei bereits transparent, sagte er. "Wir haben im Sport einen gedeckelten Etat von 250 Millionen Euro pro Jahr für alles." Wenn man da an einer Stelle mehr bezahle, müsse man an anderer Stelle einsparen. "Am Ende ist es ein Nullsummenspiel im Rahmen einer genehmigten Gesamtplanung", sagte er. Zudem würde allzu viel Transparenz die Marktposition der ARD entscheidend schwächen: "Jeder Mitbewerber könnte sofort ausrechnen: Wie viel haben die noch."

Dass der Bezahlsender Sky im Gegensatz zur ARD öffentlich gemacht hat, dass er für seine Bundesligarechte pro Jahr künftig statt 486 Millionen Euro 876 Millionen Euro bezahlen muss, ist nach Herres' Angaben der Tatsache geschuldet, dass Sky eine Aktiengesellschaft ist. Da gelte eine Sonderregelung.

Ebenfalls Thema in dem von Volker Herres dementierten Bericht war das Honorar des ZDF-EM-Experten Oliver Kahn. Dieser meldete sich am Dienstag bei Facebook und Twitter zu Wort. Die Behauptung, er bekomme pro Auftritt 50 000 Euro sei "eine eklatante Falschmeldung, die jeglicher Grundlage entbehrt" und bewusst Neid und Missgunst in der Öffentlichkeit in Kauf nehme.

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