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Fußball-Übertragung:Sky und Dazn sichern sich Bundesligarechte

Bundesliga: TV-Aufnahmen im Stadion

Wer alle Spiele der ersten Bundesliga live sehen will, braucht auch künftig zwei Abos.

(Foto: Jan Woitas/dpa)

Fans brauchen also auch künftig zwei Abos, um alle Livespiele zu sehen. Allerdings zeigt Sky weniger als bisher.

Von Caspar Busse

Bis zuletzt haben sie in Unterföhring gezittert, doch jetzt ist klar: Der Pay-TV-Sender Sky kann auch von Mitte 2021/22 für weitere vier Spielzeiten Fußball-Bundesliga zeigen - allerdings weniger als bisher. Nach SZ-Informationen hat Sky sich die Übertragungsrechte für den Samstag-Spieltag gesichert, also alle Livespiele um 15.30 Uhr, das Abendspiel um 18.30 Uhr und die sogenannte Konferenz. Die Liverechte für die Freitags- und Sonntagsspiele der ersten Bundesliga sind an den Streamingdienst Dazn gegangen. Fußballfans, die alle Spiele der ersten Bundesliga live sehen wollen, brauchen also auch künftig zwei Abos, eines von Sky und eines von Dazn.

Sky, das zum US-Medienkonzerrn Comcast gehört, wäre ohne Fußball-Bundesliga in ernste Schwierigkeiten geraten. Denn Fußball ist für einen großen Teil der gut fünf Millionen Sky-Abonnenten nach wie vor sehr wichtig. Die Übertragungsrechte an der Champions League hatte Sky zuletzt bereits verloren, nun also geht auch ein weiterer Teil der Bundesliga weg. Sky wird von Mitte 2021 an 200 Spiele an Samstagen und an Wochenspieltagen (Dienstag und Mittwoch) sowie die entsprechenden Konferenzschaltungen zeigen. Dazn zeigt 106 Partien an den Freitagen und Sonntagen.

Amazon Prime wurde zuletzt auch immer wieder Interesse an der Bundesliga nachgesagt, offenbar hat der Streaminganbieter aber nun bei der Vergabe der Rechte keine Rolle gespielt und kommt auch nicht zum Zug. Schon bislang zeigten Sky und Dazn Bundesliga.

Christian Seifert, der Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), musste die Rechteausschreibung wegen der Corona-Krise auf Juni verschieben und hatte sie dann am vergangenen Freitag abgeschlossen. Das Interesse sei nicht so groß gewesen wie in den vorangegangenen Auktionen, auch wegen Corona, hieß es. Die Bundesliga musste viele Wochen unterbrochen werden und wird derzeit mit Spielen ohne Zuschauer fortgesetzt. Angesichts der Krise können die Medienunternehmen nicht mehr so viel für Fußball ausgeben. Pro Spielzeit würden die TV-Gesamteinnahmen der DFL künftig bei durchschnittlich etwas mehr als einer Milliarde Euro liegen und damit niedriger als bisher. Für die gerade zu Ende gehende Saison sind etwa 1,3 Milliarden Euro fällig. Der Verkauf der Fernsehrechte ist eine der wichtigsten Einnahmequellen der Fußballvereine. DFL, Dazn und Sky wollten die Informationen nicht kommentieren. DFL-Chef Seifert will am Montag die Ergebnisse der Rechtevergabe bekannt geben.

Die ARD-Sportschau, die Samstagabend eine Zusammenfassung zeigt, wird es offenbar auch künftig geben, hieß es weiter. In welchem frei empfangbaren Sender Bundesliga läuft, ist noch unklar. RTL gab bekannt, dass zum Ende der Saison die Live-Berichterstattung von der Formel 1 eingestellt wird. Es ist das Ende einer Ära: RTL hatte die wichtigste Motorsport-Serie seit 1991 übertragen. Auch Sky zeigt die Formel 1, aber im Bezahlfernsehen.

© SZ/ebri
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