Medienübernahme:Klarheit bei der Funke-Mediengruppe

Hackerangriff auf Funke-Mediengruppe

Die Firmenzentrale der Funke Medien Gruppe.

(Foto: Marcel Kusch/picture alliance/dpa)

Die Erben-Familie um Verlegerin Julia Becker erwirbt alle Anteile am Unternehmen.

Von Caspar Busse

Als der Sozialdemokrat Erich Brost und der Konservative Jakob Funke im Jahr 1948 die WAZ gründeten, an der sie jeweils 50 Prozent hielten, ahnten sie nicht, wie viel Zoff ihre Erben in den Jahrzehnten danach mehr oder weniger öffentlich austragen würden. Dabei ist die heutige Funke-Mediengruppe aus Essen, früher besser bekannt als WAZ-Gruppe, einer der größten Zeitungs- und Zeitschriftenverlage in Deutschland. Herausgegeben werden unter anderem zwölf Regionalzeitungen, rund 60 Zeitschriften und mehr als 100 Anzeigenblätter, dazu gehören Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), das Hamburger Abendblatt, die Thüringer Allgemeine und die Berliner Morgenpost. Zu den Zeitschriften zählen Hörzu, Gong , Bild der Frau und viele andere Titel der Regenbogenpresse. 2014 wurde ein großes Zeitschriften- und Zeitungspaket vom Axel-Springer-Verlag erworben.

Jetzt aber soll endgültig Schluss sein mit Streit. Die Gesellschafter der Funke-Mediengruppe haben sich auf eine neue Eigentümerstruktur geeinigt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Familie Grotkamp - aus der Dynastie von Jakob Funke - habe mit Wirkung Anfang 2024 die Anteile der Familienstämme Schubries und Holthoff-Pförtner gekauft und übernehme damit 100 Prozent des Unternehmens. Damit sind Petra Grotkamp mit ihren Kindern Julia Becker, Nora Marx und Niklas Wilcke künftig die alleinigen Besitzer der Gruppe. Die unternehmerische Führung gehe sofort an die Familie Grotkamp über, der Anteilserwerb erfolge dann erst zum 2. Januar 2024. Treibende Kraft soll Funke-Verlegerin und Aufsichtsratschefin Julia Becker gewesen sein, die damit zum ersten Mal seit Jahrzehnten Klarheit darüber schafft, wer das Sagen im Unternehmen hat. Julia Becker ist die Enkelin von Gründer Jakob Funke. Ihre Mutter Petra Grotkamp hatte vor rund zehn Jahren bereits für eine halbe Milliarde Euro die Familie Brost ausgezahlt.

Funke-Verlegerin Julia Becker in der Live Sendung bei der 53 Verleihung der Goldenen Kamera in der Hamburger Messe in Ha

"Wir wissen um die Verantwortung, die wir mit diesem Schritt übernehmen", sagt Funke-Verlegerin Julia Becker.

(Foto: imago images/Eventpress)

Grund für die Übernahme aller Anteile durch die Familie Grotkamp sei die von allen Gesellschafter-Stämmen gesehene "Notwendigkeit klarer Gesellschafter- und Führungsverhältnisse in einer sich verschärfenden Marktsituation", hieß es. Julia Becker sagt: "Wir wissen um die Verantwortung, die wir mit diesem Schritt übernehmen, freuen uns aber sehr, den Weg, den unsere Mutter Petra Grotkamp 2012 mit der Übernahme der Brost-Anteile eingeschlagen hat, in naher Zukunft vollenden zu können." Möglich scheint nun auch eine zügige Neuausrichtung des Unternehmens. Über die Höhe des Kaufpreises sei Stillschweigen vereinbart worden. Zuletzt war über eine viertel Milliarde Euro spekuliert worden.

© SZ/tyc
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