Frauenmagazine Freundinnen fürs Leben

(Foto: Verlag)

Die "Brigitte Wir" richtet sich an Frauen in der "dritten Lebenshälfte". Endlich: Jetzt ist jede Phase einer weiblichen Biografie durch die entsprechende Zeitschrift abgedeckt.

Von Katharina Riehl

Bei der Zeitschrift Brigitte aus dem Hamburger Verlag Gruner + Jahr schrumpft zwar seit ein paar Jahren kontinuierlich die Redaktion, dafür aber wächst etwas, das man im Branchensprech gerne als "Markenfamilie" bezeichnet.

Die werdende oder gewordene Mutter soll Brigitte Mom kaufen, für Frauen jenseits der 40 ist Brigitte Woman gedacht, Brigitte Young Miss gibt es seit ein paar Jahren nur noch im Internet.

Jetzt kommt noch ein Heft dazu: Brigitte Wir hieß bei seiner Ankündigung vor ein paar Monaten noch Brigitte Paris, was aber egal ist, weil wirklich hübsch ja vor allem die Unterzeile ist: "Das Magazin für die dritte Lebenshälfte". Stünde so etwas in einer Lokalzeitung, würde es vermutlich im "Hohlspiegel" landen.

Aber die mathematischen Feinheiten mal beiseite: Brigitte Wir sorgt endlich dafür, dass nun wirklich keine Lebensphase der Frau mehr ohne die besondere Zuwendung eines deutschen Zeitschriftenverlages auskommen muss.

Nur eine Frage der altersgerechten Deklination

Von der Wiege bis zur Bahre, vom rosa Traum kleiner Nachwuchsprinzessinnen bis eben zum Heft für das Leben nach dem Tod. Die Themen, und das ist ja das eigentlich Bemerkenswerte an all diesen unzähligen Frauenmagazinen, sind nicht etwa völlig unterschiedlich - je nachdem, ob sie für eine 16- oder für eine 56-Jährige auf 150 Seiten Glanzpapier gedruckt sind. Es ist nur eine Frage der altersgerechten Deklination.

Denn, merke: Es gibt für jede Altersgruppe eine Frisur, die eine Frau aussehen lässt, als gehörte sie gar nicht dazu.