"France Soir" stellt Print ein Zeitung von heute auf morgen dicht gemacht

Es war die Zeitung, für die einst Sartre schrieb. Sie hatte die höchste Auflage Frankreichs, 1970 verkaufte "France Soir" zwei Millionen Exemplare. Doch zuletzt waren es nur noch 36.000. Nun krachte es zwischen dem Eigentümer, einem 26 Jahre alten russischen Milliardär, und den Gewerkschaften. Am Tag darauf wurde der Druck eingestellt.

Von Michael Kläsgen

Plötzlich war es vorbei. France Soir erschien am Dienstag zum letzten Mal. Fortan gibt es die Tageszeitung nur noch im Internet - eine Premiere in Frankreich. Es ist das Ende der einst mit Abstand größten Tageszeitung des Landes, zwei Millionen Exemplare wurden am Tag nach dem Tod des früheren Staatsoberhaupts Charles de Gaulle im Jahr 1970 verkauft. Zuletzt lag die Auflage bei 36.000 Exemplaren.

Am Ende flogen die Zeitungen aus den Redaktionsräumen auf die Straße. Die letzte Ausgabe, die für Donnerstag geplant war, konnten die Redakteure nicht mehr produzieren.

(Foto: AFP)

Das Ende kam selbst für die Mitarbeiter überraschend. Sie erfuhren am Mittwochmittag von der Geschäftsführung, dass sie ihre Arbeit einstellen könnten - sofort. Die letzte Ausgabe, die für den Donnerstag geplant war, konnten sie nicht mehr produzieren.

Doch zwischen dem 26 Jahre alten Eigentümer des Blattes, Alexander Pugatschew, einem russischen Milliardär, und den Gewerkschaften war es zum Krach gekommen. Bis zur Androhung körperlicher Gewalt soll sich der Konflikt aufgeschaukelt haben. Am Dienstag war ein externes Gewerkschaftskommando in die Zentrale eingedrungen und hatte die Zeitung stapelweise aus dem Fenster geworfen. Pugatschew zog die Notbremse.

Ein Journalist bedauerte das traurige Ende: "Wir wären gern stolz auf unsere letzte Nummer gewesen."

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