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US-Medien:Fox News macht den Faktencheck

Lou Dobbs

Auch in Sendungen des Fox-News-Moderators Lou Dobbs - hier bei einer Rede bei einem konservativen Kongress - wurden nicht geprüfte Behauptungen über Smartmatic verbreitet.

(Foto: Alex Brandon/AP)

Ausgerechnet der Sender, der als Sprachrohr von Donald Trump galt, überprüft Aussagen, die er vom Präsidenten übernommen hat - und gesteht Fehler ein.

Von Francesca Polistina

Der US-Nachrichtenkanal Fox News galt bis vor Kurzem als Sprachrohr von Donald Trump. In den vergangenen Monaten hat er sich vom amtierenden Präsidenten zunehmend distanziert, nun dementiert er einige der falschen Aussagen, die selbst seine Moderatoren verbreitet haben. Grund dafür ist eine Klage der Firma Smartmatic.

Das Technologieunternehmen mit Sitz in London gilt weltweit als führend im Bereich der Automatisierung von Wahlen. Auch für die US-Wahl, beispielsweise in Los Angeles, wurde die Firma eingesetzt und stellte ihre Software zur Verfügung. Donald Trump ist allerdings der Meinung, dass die eingesetzte Wahl-Technologie manipulierbar sei, und dass einige der Stimmen für Trump Biden zugeordnet worden seien.

Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. In einem Brief, den Smartmatic an Fox News sowie an andere rechte Sender wie One America News und Newsmax (die bekanntermaßen zu Donald Trumps Lieblingssendern gehören) verschickte, heißt es, sie hätten "falsche und diffamierende Statements" über den Konzern veröffentlicht, die man vorher hätte untersuchen müssen. Auch von einer Diffamierungskampagne gegen Smartmatic sei darin die Rede.

Die Reaktion von Fox News mag einige der Zuschauer, die an die übliche Berichterstattung gewohnt sind, vielleicht überrascht haben: Am vergangenen Freitag und am Wochenende zeigte der Sender während der Shows von den Moderatoren Lou Dobbs, Maria Bartiromo and Jeanine Pirro (die Trump unterstützt haben) einige Videoclips, in denen die Aussagen über Smartmatic revidiert werden. Der Widerruf erfolgt durch eine Art Faktencheck: Bei dem wird der Technologie-Experte Eddie Perez vom Oset Institute zu konkreten Fragen wie "Haben Sie Beweise dafür, dass Smartmatic-Softwares verwendet wurden, um in dieser Wahl Stimmen auszutauschen?" oder "Gibt es Beziehungen zwischen Smartmatic und George Soros"? befragt. Die Antwort von Perez lautet: "Nein, dafür habe ich keine Beweise." Die Zuschauer wissen nun Bescheid.

© SZ/hy
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