Fake News im Journalismus:Warum ein Fotojournalist seine Bilder fälschte

Pressefoto Jonas Bendiksen Veles

Der Aquapark am Stadtrand von Veles in Nordmazedonien - zumindest in Jonas Bendiksens Version. Alle Menschen sind von ihm erschaffen, gemerkt hat das niemand.

(Foto: Jonas Bendiksen)

Jonas Bendiksen ist ein renommierter norwegischer Fotograf. Jetzt hat er unbemerkt eine komplette Fotoreportage gefakt. Warum? Ein Gespräch.

Interview von Niklas Elsenbruch

Im Regal hinter Jonas Bendiksen steht bei der Videoschalte in seinem Zimmer ein Buch mit dem fett gedruckten Titel "Provoke". Zufall? Für Aufsehen sorgt der norwegische Fotograf jedenfalls mit seinem Band "The Book of Veles". Im September präsentierte Bendiksen die Bildstudie der nordmazedonischen Kleinstadt auf dem "Visa pour l'image", dem wichtigsten Festival für Fotojournalismus - und gab nachträglich bekannt, dass sämtliche Menschen darin von ihm am Computer geschaffene Avatare sind. Weder die Kommission des Festivals noch dessen Teilnehmer hatten dies bemerkt. Pikantes Detail: Veles selbst avancierte um die US-Wahl 2016 zu einem Zentrum der Verbreitung von Fake News zugunsten Donald Trumps.

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