Foto mit Photoshop manipuliert AP trennt sich von Pulitzer-Preisträger

Das Foto, das Narciso Contreras zum Verhängnis wurde: Es zeigt einen syrischen Widerstandskämpfer im September 2013. Bei der Version, die Contreras an AP übermittelte (s.u.) fehlt die Videokamera in der linken unteren Ecke des Originals.

Weil der Fotograf Narciso Contreras die Kamera eines Kollegen aus einem Bild wegretuschiert hatte, gab ihm sein Auftraggeber AP den Laufpass. Dabei ist Contreras alles andere als ein Nobody in der Branche.

Kein Pardon: Die US-Nachrichtenagentur AP hat die Zusammenarbeit mit dem preisgekrönten Pressefotografen Narciso Contreras beendet. Der Grund: Wie jetzt bekannt wurde, hat der gebürtige Mexikaner eines seiner Fotos im vergangenen Herbst mit dem Bildbearbeitungsprogramm Photoshop manipuliert.

Contreras habe eingeräumt, das Foto eines Rebellen im syrischen Bürgerkrieg modifiziert zu haben. Die Videokamera eines Kollegen, die im Original in der unteren linken Bildecke zu sehen war, sei danach nicht mehr zu erkennen gewesen.

AP erlaubt zwar den Einsatz von Software, um Fotos aufzuhellen oder abzudunkeln, doch weitergehende Modifikationen durch Photoshop werden nach den Ethikregeln der weltgrößten Nachrichtenagentur nur in geringem Ausmaß akzeptiert.

"APs guter Name ist für uns von höchster Bedeutung und wir reagieren mit Entschiedenheit und Nachdruck, wenn er durch die Nichteinhaltung unserer Ethikregeln befleckt wird", sagte Foto-Chef Santiago Lyon.

Contreras, der für seine Berichterstattung aus dem syrischen Bürgerkrieg im vergangenen Jahr neben weiteren AP-Fotografen mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, gab sich zerknirscht: "Es war eine falsche Entscheidung, die Kamera zu entfernen", sagte er. "Dafür schäme ich mich."

"Ich muss die Konsequenzen tragen"

Allerdings sei sein Fehlverhalten ein einmaliger Ausrutscher gewesen: "Sie können meine Archive durchgehen und sie werden feststellen, dass dies ein Einzelfall ist, der mir wahrscheinlich in einem Moment großer Anspannung, in einer sehr schwierigen Situation, unterlaufen ist. Aber klar, es ist mir passiert und deswegen muss ich die Konsequenzen tragen."

AP erklärte, dass die Überprüfung von 494 Bildern des Fotografen keine weiteren Manipulationen zu Tage gefördert hätten.