Forderungen an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Mehr Transparenz bei den Sportrechten

Gemessen an den Preisen bin ich nicht der Meinung, dass im öffentlich-rechtlichen Rundfunk grundsätzlich zu viel Geld für Sportrechte ausgegeben wird, aber wir haben die entsprechenden Haushaltsmittel gedeckelt, brauchen sehr viel mehr Transparenz bei den Finanzen und auch eine größere Vielfalt in der Berichterstattung über Sportereignisse. Wenn Sie mich fragen, ob Sender sich nicht einfach Quote kaufen, indem sie Fußballrechte erwerben, dann sage ich, teure Sportrechte müssen auch Relevanz und Resonanz haben, sonst wären die Kosten nicht vertretbar, aber die Quote alleine darf kein Entscheidungskriterium sein, wie zum Beispiel die Entscheidungen gegen die quotenstarken Sportarten Boxen und Radsport gezeigt haben.

Ich teile die Meinung, dass die Öffentlichkeit gerade durch das neue Beitragsmodell für alle noch mehr Kostentransparenz erwarten kann. Ein Argument gegen die völlige Offenlegung aller Rechtekosten allerdings sollte man ernst nehmen: Es handelt sich um einen hart umkämpften Markt, und wenn wir komplett öffentlich machen, wie viel wir bereit sind zu zahlen, dann haben Anbieter und Konkurrenz mit uns doch ein leichtes Spiel, um die Preise hochzutreiben.

Ruth Hieronymi, 65, ist CDU-Politikerin und seit 2009 Vorsitzende des WDR Rundfunkrats. Davor war sie unter anderem Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalens.