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Finanzielle Unterstützung für BBC:Jetzt zahlt die USA

Sendeblockaden verweigern Bürgern in repressiven Regimen den Zugang zu Informationen. Nun investiert die USA in den Rundfunksender BBC.

In gewisser Weise ist er noch immer eine Art von Weltmacht: der BBC World Service, der auf Englisch und in 32 anderen Sprachen rings um den Globus Nachrichten und Analysen sendet. Vor kurzem freilich hat die alte Weltmacht Großbritannien die Finanzierung eingestellt: Das britische Außenministerium löste die traditionelle Verbindung zu dem Sender. Die Folge: Einsparungen in Höhe von 46 Millionen Pfund im Gesamtbudget von 236,7 Millionen Pfund und der Verlust von ungefähr 650 Arbeitsplätzen.

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Nachdem das britische Außenministerium den Sender BBC nicht mehr mitfinanziert, musste die Rundfunkanstalt Millionen einsparen und Stellen kürzen. Da kommt die Hilfe von den USA im rechten Moment.

(Foto: AFP)

Doch unverhofft hat die BBC einen neuen Geldgeber gefunden: das amerikanische Außenministerium. Wie die Anstalt in London mitteilte, wird das State Department in Washington künftig eine "signifikante Summe" zum Haushalt des World Service beisteuern. Inoffiziell ist die Rede von mehreren hunderttausend Pfund im Jahr. Ein entsprechendes Übereinkommen soll noch im März unterzeichnet werden.

Das Geld soll spezifisch dazu verwendet werden, Störsender und andere Blockaden zu umgehen, mit denen repressive Regime ihre Bürger daran zu hindern suchen, Radio- und Fernsehprogramme zu verfolgen oder im Internet zu surfen. Dazu gehört unter anderem die Entwicklung einer Software, mit der die Programmmacher rechtzeitig vor entsprechenden Störmanövern gewarnt werden können.

In den vergangenen Monaten haben sich derartige Versuche nach Erkenntnissen der BBC deutlich erhöht, vor allem in Ländern wie China und dem Iran. Auch der arabische Dienst der BBC ist seit dem Ausbruch der Volksrevolten in der arabischen Welt häufiger als zuvor gestört worden.

"Regierungen, die ein Interesse daran haben, ihren Bürgern vor allem in Zeiten von Spannungen und Unruhen Informationen vorzuenthalten, haben ein besonderes Interesse an solchen Manövern und es ist vor allem jetzt ein Problem geworden", erklärte Jim Egan, der bei der Anstalt für strategische Geschäftsentscheidungen verantwortlich ist.