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Finale von "How I Met Your Mother":Zerschmetterte Illusion

Doch diese Illusion zerschmettern Bays und Thomas zu Beginn des Finales: Die fünf Protagonisten stehen auf der Hochzeit von Barney und Robin gemeinsam auf einer Terrasse und verabschieden sich voneinander.

Ted (gespielt von Josh Radnor) wird nach Chicago ziehen, die frisch Vermählten Robin (Cobie Smulders) und Barney (Neil Patrick Harries) werden die Welt bereisen. Marshall (Jason Segel) und Lily (Alyson Hanigan) wollen ein paar Jahre in Rom verbringen. Menschen werden erwachsen, Freunde verlieren sich aus den Augen. Wie schön, dass es wenigstens diesen Augenblick des Abschieds gibt. Wie damals bei "Friends", als sich alle noch einmal in dieser wunderbaren Wohnung treffen.

Doch damit hört es nicht auf, Bays und Thomas gehen weiter, so wie sie in der Serie stets einen Schritt weiter gegangen sind als viele andere Serien-Produzenten: Da haben sie eine Staffel darauf verwendet, die Hochzeit von Barney und Robin vorzubereiten - und erklären die Ehe keine zehn Minuten später für gescheitert. Ja, richtig: Die beiden lassen sich nach drei Jahren Ehe scheiden, weil sie doch nicht miteinander zurechtkommen.

Barney wird wieder zum nervigen Frauenhelden, schläft innerhalb eines Monats mit 31 verschiedenen Frauen und schwängert die letzte Loverin. Das führt dazu, dass dieser verlogene, frauenverachtende und beleidigende Schnösel am Ende tatsächlich die Frau fürs Leben findet: Es ist seine Tochter, um die er sich von nun an liebevoll kümmert und dadurch zu einem neuen Menschen wird.

Das angedeutete Happy End ist also nicht ganz das erwartete Happy End - auch das macht "How I Met Your Mother" zu einer beeindruckenden Serie, das Finale bei aller spontanen Empörung zu einem großartigen.

Geschichte ohne Mutter

Natürlich lernt Ted dann doch die Mutter seiner Kinder kennen, sie bekommt sogar einen Namen: Tracy. Die beiden wollen in einem französischen Schloss heiraten - was die Mutter absagt, weil sie schwanger ist.

Die beiden sind glücklich, sie haben noch ein zweites Kind, sie genießen die Zeit, die sie miteinander haben, fünf Jahre später heiraten sie gemeinsam mit allen Freunden. Aber die Schlussepisode ist noch nicht zu Ende, als herauskommt, dass Tracy krank ist und sie schließlich stirbt. "Ich bereue nichts", sagt Ted - er habe seine Frau nicht nur in guten wie in schlechten Tagen geliebt, sondern auch "in den schlimmsten aller Zeiten".

Als er seinen Kindern versichert, dass dies die Geschichte gewesen sei, wie er deren Mutter kennengelernt habe, protestieren sie: "Sie kommt kaum vor!" Um diese romantische Kennenlern-Geschichte ihrer Eltern gehe es dem Vater gar nicht, sondern darum, deren Segen zu bekommen, Tante Robin noch einmal für sich zu begeistern. Diesen Segen bekommt er, die Kinder sind begeistert. Und am Ende steht Ted vor ihrer Wohnung mit diesem blauen Instrument, das er einst für sie gestohlen hat.

Robin durfte um die Welt reisen, sie durfte Karriere machen. Ted dagegen konnte jene Familie gründen, die mit Robin niemals möglich gewesen wäre. Und dann gibt es diesen Zeitpunkt, an dem die beiden füreinander Bestimmten endlich zusammenfinden. Die beiden die sich, ganz in der Tradition von Sitcoms, in der ersten Folge schon kennengelernt haben. Es ging bei "How I Met Your Mother" stets um die Eine, die Wahre, die Richtige - das Grandiose für Ted ist, dass er sie zwei Mal finden darf.

How I Met Your Mother: "Das Gelöbnis", "Die Liebe meines Lebens 1", "Die Liebe meines Lebens 2", Mittwoch, 27.8., ProSieben, ab 20.15 Uhr.

Anmerkung der Redaktion: Das von ProSieben ausgestrahlte Finale von "How I Met Your Mother" entspricht dem umstrittenen Ausklang der Serie im US-Fernsehen. Nach den Protesten in den USA hatten die beiden Produzenten Carter Bays und Craig Thomas angekündigt, dass es für die DVD-Fassung ein zweites Finale geben werde. Die DVD mit dieser modifizierten Version kommt in den USA am 23. September 2014 auf den Markt.

© SZ.de/cag/rus/sks

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