Gattaca
Science Fiction, ZDF Neo, Samstag, 20.15 Uhr
Menschen, die auf herkömmliche Weise gezeugt werden, bilden in dieser von Andrew Niccol 1997 inszenierten dystopischen Welt eine Unterschicht – sie gelten als beschränkt und fehlerhaft. Denn inzwischen ist künstliche Befruchtung üblich, inklusive Präimplantationsdiagnostik und entsprechender Selektierung. Nur perfekte Menschen sind erwünscht. Bei Vincent, gespielt von Ethan Hawke, entscheiden sich seine Eltern jedoch gegen eine Selektion, obwohl ihr Kind ein schwaches Herz hat. Vincent lernt sich durchzusetzen, anfangs gegen seinen Bruder, der ihn seine genetische Überlegenheit ständig spüren lässt. Und schließlich gegen das komplette System. Vincent möchte Astronaut werden – und das kann er nur, wenn er die Identität eines Menschen mit herausragenden Genen annimmt. Vincent beginnt ein Doppelleben in diesem rassistischen System.
Weites Land
Western, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr
Eigentlich ist das Meer sein Revier: James McKay – gespielt von Gregory Peck – ist Kapitän, er stammt aus einer Familie von Reedern. Weil er jedoch Patricia – Margot Leonard – heiraten möchte, die Tochter eines Ranchers, reist er zu ihr in den Wilden Westen. Hier herrscht eine andere Art von Rauheit als auf See, der sich James zu entziehen versucht. Und erst recht will er mit den brutalen Streitigkeiten zwischen Patricias Vater und seinem Nachbarn, ebenfalls ein mächtiger, reicher Großgrundbesitzer, nichts zu schaffen haben. Dass er sich nicht prügeln, nicht einspannen und auch nicht zu Mutproben hinreißen lassen möchte, nehmen ihm die Rancher und auch Rancherinnen übel. Der Regisseur William Wyler zeigt in seinem Western von 1958 eine Welt, die nach alttestamentarischen Prinzipien funktioniert – und nur mühsam zu durchbrechen sind.
True Lies
Actionthriller, RTL 2, Samstag, 20.15 Uhr
Der eine, Arnold Schwarzenegger, spielt einen Spion in so geheimer Mission, dass sogar seine Frau, Jamie Lee Curtis, glaubt, er sei lediglich ein Softwarevertreter – diesen Beruf gab es 1994, als der Film in die Kinos gab, tatsächlich. Der andere, Bill Paxton, mit dem diese Frau, weil ihr ein wenig langweilig ist, anbandelt, ist indessen so etwas wie das Gegenteil: ein Gebrauchtwarenhändler, der sich als Spion ausgibt. Die beiden Kerle, der Profi und der Hochstapler, geraten zwangsläufig aneinander. Schnell wird dem richtigen Agenten klar, dass ihn seine vorgetäuschte Biederkeit seine Ehe kosten kann. Also beschließt er, seiner Frau mehr Aufregung zu gönnen. Was zur Folge hat, dass beide bald in einer realen, sehr wilden Terror-Geschichte drinstecken. Für den Regisseur James Cameron galt auch damals schon, dass er seinem Publikum unbedingt das größtmögliche realisierbare Spektakel bieten möchte.
Parasite
Schwarze Komödie, Das Erste, Sonntag, 23.35 Uhr
Der südkoreanische Film des Regisseurs Bong Joon-ho hat mächtig abgeräumt, in Cannes 2019 und dann 2020 bei den Oscars. Ein Film, der immer wieder seine Tonalität wechselt: Mal wird er zum Drama, dann zum Thriller und zur Groteske. Im Zentrum steht eine vierköpfige Familie, die kaum über die Runden kommt. Als sich ihr die Möglichkeit eröffnet, durch Glück, Geschick und Skrupellosigkeit von einer vermögenden Familie engagiert zu werden – die Kinder als Nachhilfe- und Kunstlehrer, der Vater als Fahrer, die Mutter als Haushälterin –, greift sie zu. Es geht den vieren aber nicht bloß um ein karges Einkommen, sie wollen sich so viel nehmen, wie sie bekommen können. Und werden darüber immer rücksichtsloser. Die Stärke des Films ist, dass die Dinge alle in einer faszinierenden Balance bleiben, niemand sich moralisch über andere erheben kann, niemand aber auch niederträchtiger ist als der Rest. Ohne dass die Figuren einander gleich wären.

