Spielfilmtipps zum WochenendeLegenden und Helden

Lesezeit: 2 Min.

In John Boormans Herzensprojekt „Excalibur“ glitzert und funkelt es: Helen Mirren als Fee Morgana und Nicol Williamson als Merlin.
In John Boormans Herzensprojekt „Excalibur“ glitzert und funkelt es: Helen Mirren als Fee Morgana und Nicol Williamson als Merlin. imago images/Mary Evans

„Excalibur“, „Cinderella“, „Mr. Turner – Meister des Lichts“ und „Die Fabelmans“: sehenswerte Filme im Fernsehprogramm des Wochenendes.

Von Fritz Göttler

Excalibur

Fantasy, Tele 5, Samstag, 20.15 Uhr

Eine flirrende Vision der Geschichte vom englischen König Artus und dem legendären Schwert Excalibur: Wald und Wasser, Ritter in silberner Rüstung und mit Goldmaske, Helen Mirren als Fee Morgana. Ein Herzensprojekt von John Boorman – der mit markigen US-Heldenfilmen, mit Lee Marvin („Point Blank“) und Burt Reynolds („Beim Sterben ist jeder der Erste“), erfolgreich war. In den Siebzigern wollte keiner einen Film wie „Excalibur“ machen, erzählte er der Kinozeitschrift ray, er musste auf seine Gage verzichten, für Drehbuch, Regie, Produktion. Als das Studio Warner viele Jahre später ein Remake machen wollte, kamen sie drauf, „dass mir 50 Prozent des Films gehören und sie mich bezahlen müssen ... Dabei habe ich den Mythos von Excalibur ja nicht erfunden!“ Seitdem ist die Legende von Arthur mehrfach wiederverfilmt, Guy Ritchie erzählt sie etwa im Stil seiner ruppigen Gangsterfilme in „King Arthur: Legend of the Sword“ (Pro Sieben, Samstag, 20.15 Uhr).

Cinderella

Animation, Disney Channel, Samstag, 20.15 Uhr

Eins von Walt Disneys Lieblingsprojekten, begonnen bereits während des Zweiten Weltkriegs, zwanzig Jahre hat er an dem Film mit seinen besten Mitarbeitern gearbeitet: um dem simplen Märchen – die französische Variante, von Charles Perrault – eine psychologische Struktur einzuziehen. Vor allem was die Aktionen und Motivationen der Tiere anging, Mäuse, Vögel, Kater, Hund, Pferd. Die pompöse Ausschreibung für die Wahl der künftigen Gemahlin für den Prinzen ist dagegen ein subtiles politisches Lehrstück. Der Prinz ist ein bemerkenswert gelangweilter Schnösel – die Figur, für die der Film sich gar nicht interessiert. Die langen Disneyprojekte waren nicht als Kinderfilme gedacht und sind erstaunlich sophisticated: Der König hat drei Klassiker-Bände im Thronsaal stehen, Homer, Platon und Rabelais. Ein zweites großes Disney-Spektakel am Sonntagmorgen: „Dornröschen“, 1959 (9.55 Uhr).

Mr. Turner – Meister des Lichts

Maler-Biopic, Arte, Sonntag, 13.40 Uhr

Ein Film über den berühmten englischen Maler William Turner (1775 bis 1851) – anders als die meisten Filmbiografien nicht konzentriert auf die Jugend, die Geburt seiner Kunst, das Ringen um Anerkennung, die Jagd nach einem Stil. Mike Leigh zeigt in seinem Film von 2014 die letzten zwanzig Jahre dieses Lebens. Turner widmet sich der Natur, dem Meer, der Luft, aber auch der Technik, der Eisenbahn: „Rain, Steam and Speed – the Great Western Railway“ heißt ein berühmtes Bild von 1844. Er ist kein wirklich angenehmer Typ – kein Wunder, er wird verkörpert von Timothy Spall, der mit solchen Rollen berühmt wurde: brummelig, verschlossen, auch ein bisschen bösartig. Er muss sich auch auseinandersetzen mit dem eigenen Ruhm ... Der Film zeigt, erklärte Mike Leigh einmal, „die physische, schmutzige, industrielle Arbeit, Bilder herzustellen. Damit kann ich mich identifizieren; Filme zu drehen, ist keine Beschäftigung für Gentlemen“.

Die Fabelmans

Familienfilm, Pro Sieben, Sonntag, 20.15 Uhr

Porträt eines Künstlers als junger Bursche: Wie einer seine Liebe zum Kino entdeckt, davon erzählt Steven Spielberg in diesem Film von 2022 und folgt dabei seiner eigenen Jugend. Der erste Film, den der Knabe Sammy im Kino sieht, inspiriert ihn gewaltig, „The Greatest Show on Earth“. Die Cinephilie ist einfach die große Lust des Selbermachens, und er will vor allem – von Kunst ist noch nicht die Rede – den spektakulären Crash des Films nachmachen, wenn ein Auto mit einem Schnellzug kollidiert! Im Lauf der Jahre merkt er dann, dass die Kamera Wahrheiten enthüllt, die besser ungewusst geblieben wären. Am Ende des Films ruft der große Meister John Ford Sammy/Spielberg in sein Büro und erklärt ihm, wie man mit Bildern arbeiten muss. Wie Spielberg diese Lektion beherzigte, kann man im Anschluss sehen, in dem Film, den er 1975 drehte und der zum Fünfzigsten nun auch wieder in den Kinos läuft, „Jaws/Der weiße Hai“ (Sonntag, 23.20 Uhr).

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Kulturtipps
:Zum Sehen, zum Lesen, zum Hören

Heinz Strunk liefert absurde Kurzgeschichten, in einer iranischen Serie tauschen Beteiligte ihre Identität und eine Frau taucht ab in die Anonymität. Acht Kulturtipps für dieses Wochenende.

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: