Spielfilmtipps zum WochenendePräzise Pointen

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Chris (Jonathan Rhys Meyers) und Nola (Scarlett Johansson) sind besessen voneinander.
Chris (Jonathan Rhys Meyers) und Nola (Scarlett Johansson) sind besessen voneinander. Atlas Film GmbH

„Match Point“, „James Bond 007 – Feuerball“, „Frühstück bei Tiffany“ und „Grand Budapest Hotel“: die Spielfilmtipps zum Wochenende.

Von Florian Kaindl

Match Point

Thriller, Das Erste, Nacht zu Sonntag, 0.40 Uhr

Ein solches Meisterwerk wie dieses von vor 20 Jahren hat Woody Allen nie wieder gedreht. So bestechend klar und bitterböse, was die menschliche Natur und den unbedingten Willen zum Aufstieg angeht. Der ehemalige Tennisprofi Chris (Jonathan Rhys Meyers) heiratet in die reiche Familie seines Spielpartners Tom (Matthew Goode) ein. Die Hochzeit verschafft ihm Zutritt zur britischen Upperclass in London, er verdient gutes Geld und könnte zufrieden sein. Doch sein Appetit ist noch größer. Was Chris gefällt, will er besitzen; so auch Toms Freundin Nola (Scarlett Johansson), eine Amerikanerin. Sie beginnen eine Affäre, und damit nimmt das Unheil seinen Lauf. Woody Allen setzt seine Pointen so präzise wie ein Grand-Slam-Sieger seine Schläge. Man kann nur fasziniert zuschauen.

James Bond 007 − Feuerball

Action, Vox, Samstag, 20.15 Uhr

Wer ins James-Bond-Universum abtauchen möchte, braucht am Samstagabend nur Vox einzuschalten. Der Sender begibt sich an den frühen Anfang der Reihe. 1965 war das, der vierte Teil, in dem das Verbrechersyndikat Spectre Atombomben klaut und die freie Welt damit erpresst. Eine schön übersichtliche Bedrohungslage, in der ein mit allen Wassern gewaschener Draufgänger (der frühe Sean Connery) ausreicht, um die Katastrophe abzuwenden. Später wurde dieselbe Geschichte mit ihm noch mal variiert, in „Sag niemals nie“ (1983).  In Connerys erster Dienstzeit als 007 waren die Schurken sehr charismatisch, vor allem „Goldfinger“ (Gert Fröbe) aus dem dritten Teil, den Vox direkt im Anschluss zeigt (Samstag, 23 Uhr). Dessen Strahlkraft hängt sicherlich auch mit dem grandiosen Titelsong von Shirley Bassey zusammen.

Frühstück bei Tiffany

Liebesfilm, SWR, Sonntag, 23.15 Uhr

Die heutigen Influencer hätte Holly Golightly (Audrey Hepburn) so was von in die Tasche gesteckt. Ein paar Fotos von ihren Partys, ihren Outfits und Accessoires, etwa der seidenen hellblauen Schlafmaske mit goldenen Wimpern − und das gesamte Internet wäre vor Ehrfurcht erstarrt. Dass Golightlys Lebensstil als Gesellschaftsdame in New York um 1960 auch eine gewisse Leere mit sich bringt und trotzdem nicht geistlos sein muss, das verkörpert Hepburn eindringlich und unwiderstehlich. In seiner Verfilmung von Truman Capotes Roman schlägt Regisseur Blake Edwards nachdenklichere Töne an als etwa in „Der rosarote Panther“ (1963) oder „Der Partyschreck“ (1968) mit Peter Sellers. Was nur beweist, dass er zu den ganz Großen seines Fachs gehörte und mühelos die Klaviatur zwischen absurder Komik und ernsthafter Tragik bespielen konnte.

Grand Budapest Hotel

Komödie, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr

Filme von Wes Anderson sind wie ein Wiedersehen mit alten Freunden. Wahrscheinlich geht es dem Regisseur selbst genauso. Seit zwei Jahrzehnten versammelt er die größten Stars um sich, viele davon auch mehrmals hintereinander, und erzählt mit ihnen schräge Geschichten. Skurrile Figuren gehören dabei ebenso zum Inventar wie liebevoll ausgestattete Fantasiewelten, die an vergangene Zeiten erinnern. In diesem Werk von 2014 lässt Anderson die Epoche der k. u. k. Monarchie auferstehen, durch die Augen des ehemaligen Hotelpagen Zéro Moustafa (F. Murray Abraham), der sich an illustre Gäste und seinen Lehrmeister (Ralph Fiennes) erinnert. Die Handlung schlägt aberwitzige Haken, denen man bereitwillig folgt. Seine unverwechselbare Bild- und Formensprache macht Anderson zu einem Visionär des modernen Kinos.

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