Das Fenster zum Hof
Thriller, RBB, Samstag, 23.35 Uhr
Alfred Hitchcock mochte es sehr, sich Aufgaben zu stellen, die gängigen Unterhaltungsmustern das Leben schwer machten. Einen Thriller vermeintlich in einer einzigen Einstellung drehen? Bei Cocktail für eine Leiche für ihn kein nennenswertes Problem. Einen Thriller drehen, der nur in einem Zimmer spielt und trotzdem ungeheuer spannend wie befremdlich gerät, weil er den Hang zum Voyeurismus seines Protagonisten auskostet? Bei Das Fenster zum Hof löst Hitchcock die selbstgestellte Aufgabe meisterhaft. James Stewart spielt einen Fotografen, der wegen eines gebrochenen Beins an den Sessel mit Blick zur Rückfront des gegenüberliegenden Hauses gefesselt ist und aus der misslichen Lage das für ihn Beste macht: Seine Neugier befriedigen und zwiespältige Freude aus privaten Beobachtungen ziehen - bis sich ihm ein Mordverdacht aufdrängt.
Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
Fantasy-Spektakel, Sat 1, Samstag, 20.15 Uhr
Wer ihn noch nicht kennt, darf jetzt gleich mal vor Vorfreude durchs vereinsamte Wohnzimmer tanzen. Wer ihn womöglich schon fünf Mal gesehen hat, darf sich trotzdem auf das sechste Mal freuen. Die Herr der Ringe-Trilogie von Peter Jackson ist großartiges Unterhaltungskino, allen skeptischen Erwartungen und teilweise chaotischen Drehbedingungen zum Trotz. Das große Finale funktioniert ebenso gut wie die beiden vorangegangenen Teile, weil die Besetzungsliste ein Traum ist und zugleich das komplizierte Ausbalancieren von computeranimiertem Spektakel und lebensechten Momenten, das Drama um den Ringträger Frodo auf dem Weg ins Herz von Mordor, mindestens so stark in Szene gesetzt werden wie die große letzte Schlacht des Films, in der das Schicksal von Mittelerde auf dem Spiel steht.
Ein irrer Typ
Action-Komödie, Tele 5, Sonntag, 16.10 Uhr
Jean-Paul Belmondo hat viele Rollen gespielt. Ihn auf den tollen Draufgänger festzulegen, täte seiner Energie und seiner Ausdruckskraft unrecht. In der besten Zeit seiner langen Toller-Hecht-Phase entstand diese charmante wie brachiale Komödie, die den athletischen Herzensbrecher gleich in einer Doppelrolle präsentiert und auf Romantik, Slapstick und Situationskomik setzt. Garant, dass dieses Rezept funktioniert, ist der Komödienspezialist Claude Zidi. Der Stuntman Mike und die Stuntfrau Jane (Raquel Welch) schaffen es aufgrund Mikes Tolpatschigkeit nie bis zum Hochzeitsaltar. Als alles verloren zu sein scheint und ein großer Schauspieler den Pechvogel engagiert, weil er den Eindruck erwecken will, er drehe alle Stunts selbst (eine Hommage an Belmondo natürlich), kommt die Liebesgeschichte wieder ins Rollen.
Die Wikinger
Historiendrama, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr

Ein Western im hohen Norden, teils in Bayern gedreht, der im 9. Jahrhundert spielt? So etwas soll man sich tatsächlich anschauen? Es gibt wahrlich kuriose Versuchsanordnungen in der Filmgeschichte: Die Wikinger zählt dazu, und das Anschauen lohnt sich, weil gewalttätiges Drama, stark gezeichnete Charaktere und eine aufregende Kulisse eine psychologisch-fesselnde wie spannungsgeladene Geschichte ermöglichen. Der illegitime Sohn der englischen Königin Enid und des Wikingerführers Ragnar wird als Kleinkind von den Wikingern entführt und versklavt. An Ragnars Hof ahnt der finstere Herrscher (Ernest Borgnine) nicht, wer Erik (Tony Curtis), der seine Identität ebenfalls nicht kennt, tatsächlich ist. Ausgerechnet zwischen Erik und Ragnars offiziellem Sohn Einar (Kirk Douglas) entwickelt sich hasserfüllte Feindschaft.
