Long Shot - Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich
Romantische Komödie, Pro Sieben, Sonntag, 20.15 Uhr
Politik & Romantik, eine amerikanische Erfolgsgeschichte, 2019 inszeniert von Jonathan Levine. Wie man First Man wird, also Ehepartner der ersten US-Präsidentin, führt uns ausgerechnet der wüste Seth Rogen vor. Charlize Theron ist, als Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin, die Auserwählte. Sie war einst seine Babysitterin, nun soll er (links, Öko) ihr als Redenschreiber zuarbeiten. Seine Karriere in Einzelschritten: ein Treppensturz, ein Auftritt in farbenprächtiger schwedischer Nationaltracht, eine Aurora borealis, ein sanfter Tanz mit ihr zu einem Roxette-Song: "Lay a whisper on my pillow, leave the winter on the ground ..." Schließlich ein sehr drastischer sexueller Exzess vor dem Bild der geliebten Frau, der viral geht. Kein Zweifel, es muss Liebe gewesen sein.
Der Untertan
Politsatire, 3sat, Samstag, 20.15 Uhr
Die Liebe zur Macht und zu allem, was sie ausmacht, Militarismus, preußische Moral, falsches Pathos, durchgedrücktes Kreuz, langstielige Pfeifen ... Die Spießerkarriere des Diederich Heßling in einem autoritären Klima führt ein berühmter Roman von Heinrich Mann aus den 1910ern vor. Die Verfilmung von Wolfgang Staudte für die Defa, 1951, in der BRD natürlich erst mal verboten, wirkt heute ein wenig steif. Der Film läuft zu Manns 150. Geburtstag, drum herum ist ein schöner Parcours gebaut aus Werken von Manns Zeitgenossen Erich Kästner, Johanna Spyri, Heimito von Doderer. Am Sonntagmorgen dann, ebenfalls nach Heinrich Mann, Der Blaue Engel, 1930, von Josef von Sternberg, der war an Preußenkritik weniger interessiert, war, mit Marlene Dietrich, den Triebkräften des Kinos hinterher, das uns zu Opfern unserer Illusionen macht (3sat, 11.15 Uhr).
Der Zug
Action, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr
Räder müssen rollen für die Kunst in diesem wuchtigen Meisterstück von John Frankenheimer aus dem Jahr 1964. Die deutsche Wehrmacht bemüht sich im August 1944, französische Meisterwerke - Renoir, Monet - aus Paris herauszuholen, mit einem Sonderzug. Französische Widerstandskämpfer wollen das verhindern, Burt Lancaster steht als ein wortkarger Eisenbahner im Mittelpunkt des Geschehens. Archaische Action, die schweren Loks - alle echt, keine Modelle - kamen dem Regisseur Guillermo del Toro wie Urwelttiere vor, gewaltige Echsen. Eine verhaltene emotionale Beziehung verbindet Lancaster mit einer Pensionswirtin, die für den Kampf um die Freiheit die Liebe verdrängt, sie wird gespielt von Jeanne Moreau. Später am Abend gibt es ein Porträt von ihr: Die Selbstbestimmte (Arte, 23.55 Uhr).
Starman
Fantasy, Tele 5, Sonntag, 20.15 Uhr
Ein E. T. für die Erwachsenen: John Carpenter, der mit Halloween und The Thing totalen Terror beschwor, versucht sich an einem Liebesfilm. Jeff Bridges ist ein Alien, der auf der Erde landet, er nimmt die Gestalt eines Mannes an, der kürzlich gestorben ist, was dessen Frau, Karen Allen, in Gefühlsverwirrung stürzt. Terror & Romantik. Bridges ist toll, wie er langsam lernt, Jeff Bridges zu sein, seine Sätze, seine Bewegungen. In Sachen Liebe hat der Fremde als Vorbild Burt Lancaster - der legendäre Kuss mit Deborah Kerr in den Wellen des Pazifik in Verdammt in alle Ewigkeit, den er im Fernsehen sieht. Ebenfalls mit Jeff Bridges: König der Fischer, 1991, von Terry Gilliam. Bridges als Radio-DJ, der Geister ruft, die er nicht mehr bannen kann, und den armen Robin Williams in die Krise jagt (One, Samstag, 22.05 Uhr).
