FernsehserienTypologie der TV-Ärzte

Ist hier ein Arzt? Wir haben gleich mehrere: eine Typologie der TV-Ärzte - vom Fiesling Dr. Meier bis zum weisen Professor Brinkmann.

Von Johanna Bruckner und Felicitas Lachmayr

Der Gott in Weiß

So behandelt er: Der Gott in Weiß ist ein ausgemachtes Arschloch. Würde er sich seinem Charakter entsprechend kleiden, müsste er Schwarz tragen. Rabenschwarz. Er ist selbstherrlich, unkollegial und im Umgang mit den Patienten mitleidslos. Wie sagt Dr. Christian Troy (gespielt von Julian McMahon) aus der US-Serie Nip/Tuck? "Lass dich von deinen Defiziten und Fehlern antreiben. Wenn du aufhörst nach Perfektion zu streben, kannst du genauso gut tot sein." Der Mann ist Schönheitschirurg. Der einzige Grund, warum Arbeitgeber und Patienten das mitmachen, ist: Der Gott in Weiß ist leider herausragend in dem, was er tut. Sowas wirkt anziehend. Und lässt Dr. Gretchen Haase aus Doctor's Diary (MItte) über das arrogante Gehabe von Kollege Dr. Marc Meier (jetzt raten Sie mal) hinwegsehen. Gretchen - und die Zuschauerinnen - leiden unter dem Florence-Nightingale-Syndrom: Wenn man ihm nur genug Aufmerksamkeit schenkt, wird er schon herauskommen, der gute Kerl, der da irgendwo unter dem weißen Kittel auf Befreiung wartet. Der Typ ist schließlich A-R-T-Z!

Seine Medizin: maximaler Ehrgeiz. Alles andere als die vollständige Genesung des Patienten empfindet er als Affront gegen seine Person (siehe auch: Dr. House).

Heilungschancen: 100 Prozent. Aber machen Sie am besten schon mal einen Termin beim Therapeuten aus.

Bild: picture alliance / dpa 13. Januar 2016, 14:092016-01-13 14:09:18 © SZ.de/jobr/feko