"Spuren der Rache" Auf eigene Faust

Mit falscher Identität schleust sich Frank Henning (Heiner Lauterbach) im Haus seines Todfeindes ein, um dessen Tochter Yasmin Nader (Maya Lauterbach) als Privatlehrer zu unterrichten.

(Foto: ARD Degeto/Luis Koppelkamm)

Heiner Lauterbach spielt in dem ARD-Thriller "Spuren der Rache" einen Vater, der den Terror-Tod seiner Tochter sühnen will. An seiner Seite: Lauterbachs eigene Tochter Maya.

Von Karoline Meta Beisel

Ganz zu Beginn fliegt sehr malerisch ein Kind in die Luft, in Zeitlupe, sodass man jede Einstellung genießen kann: Das Mädchen, wie es an der Hand der Mutter lachend über die Straße geht. Der Vater, der im Restaurant voller Vorfreude auf die beiden wartet - dann aber die Stirn runzelt: Irgendetwas stimmt nicht.

Der Knall, als vor dem Restaurant ein Auto explodiert. Wieder das Mädchen, wie es von der Druckwelle zur Seite gerissen wird, noch grinsend. Die Mutter, wie sie stürzt. Die Margerite in der Vase auf dem Restauranttisch, die auch umkippt. Und zum Schluss: Eine eheberingte Hand, der der Luftstoß ein geblümtes Tuch entreißt.

Der Zweiteiler Spuren der Rache (Buch: Klaus Burck, Regie: Nikolai Müllerschön) beginnt hoch dramatisch, geht zum Glück aber nicht ganz so plakativ weiter. Frank Hennings (Heiner Lauterbach), der bei einem Bombenanschlag in Berlin Frau und Tochter verliert, reist auf eigene Faust nach Marokko, dem mutmaßlichen Drahtzieher des Attentats hinterher. Dort aber kommt es zu einem neuen Anschlag.

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Übrig bleiben Hennings - und die Tochter des Mannes, den er eben noch umbringen wollte, aus Rache für den Tod des eigenen Kindes. So weit, so öffentlich-rechtlich.

Was den Zweiteiler dann aber doch besonders macht, ist, dass Heiner Lauterbach sich hier an etwas versucht, das man zuletzt vor allem mit einem anderen Schauspieler in Verbindung brachte. Die junge Darstellerin, die das verwaiste Mädchen Yasmin spielt, ist Lauterbachs Tochter Maya, 13 Jahre alt - sonst ist es ja vor allem sein Kollege Til Schweiger, der in den vergangenen Jahren am liebsten nur noch Filme dreht, in denen auch eine seiner Töchter mitspielen darf.

In einer Szene wird Yasmin sogar gefoltert

Auch Maya Lauterbach stand schon einige Male vor der Kamera, zuletzt etwa für die Fortsetzung des Dreiteilers Tannbach im ZDF, auch hier spielt Heiner Lauterbach eine Hauptrolle. Spuren der Rache ist der erste Film mit ihrem Vater, der ins Fernsehen kommt, seitdem sie als Baby in Zwei Männer und ein Baby einen ersten großen Auftritt hatte.

"Heiner hat Maya für die Rolle vorgeschlagen", sagt Regisseur Nikolai Müllerschön. "Kann sie das?, hab ich ihn gefragt. Mit Sicherheit, hat Heiner gesagt." Lauterbach ist vermutlich nicht ganz objektiv, aber die Einschätzung trifft zu.

Dabei ist die Rolle der Yasmin, die von der Wüstenprinzessin zum Waisenkind auf der Flucht wird, keine einfache, in einer Szene wird sie sogar gefoltert. "Vor der Stelle hatte ich schon Respekt", sagt Maya Lauterbach. "Aber wenn man das alles nicht zu ernst nimmt, geht es schon. Außerdem hatte mir ein Stuntman vorher gezeigt, wie so eine Szene gedreht wird."

Maya, die junge Schauspielerin mit dem berühmten Vater, scheint es jedenfalls gut überstanden zu haben: Als Nächstes dreht sie gemeinsam mit ihrem Vater einen Familienfilm.

Spuren der Rache, ARD, 20.15 Uhr; Teil 2 am Mittwoch, den 4. Januar, 20.15 Uhr.