Ratatouille
Animation, Sat 1, Samstag, 20.15 Uhr
Was will eine Ratte kochen? Die Antwort liegt auf der Hand: Ratatouille. In diesem Pixar-Klassiker wird ausgerechnet eine Ratte zum feinsten Connaisseur von Paris. Rémy, die zauberhafteste, gar kuschelig anmutende und sicherlich berühmteste Ratte der Welt, ist ein Feinschmecker mit großen Ambitionen. Er trifft auf den tollpatschigen Küchenjungen Linguini, der ebenfalls große Ziele hat, jedoch weitaus weniger Talent besitzt. Kurzerhand bilden sie ein Team, dass die Gaumen der Gourmetkritiker verzaubert, dabei zieht Rémy im Verborgenen die Fäden – oder besser: die Haare – und dirigiert Linguini unter dessen Kochmütze wie eine Marionette. Erwartungsgemäß folgen einige Hürden, und auch eine Lovestory darf natürlich nicht fehlen, doch im Kern dieses Animationsklassikers steckt eine herzliche Geschichte über Freundschaft und große Träume.
The Big Lebowski
Komödie, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr
„Wo ist das verdammte Geld, Lebowski?“ Eine Frage, die eigentlich alles lostritt – und trotzdem komplett egal ist. Denn „The Big Lebowski“ interessiert sich ungefähr so sehr für seinen Plot wie sein Held für gesellschaftliche Erwartungen. The Dude, Bademantelträger, Bowling-Fan, White-Russian-Trinker und vermutlich chilligster Loser der Filmgeschichte, stolpert durch eine absurde Verwechslungsstory, nachdem Gangster seinen geliebten Teppich ruinieren. „Gut gelaunter Irrsinn“, schrieb bei Veröffentlichung der Kritiker dieser Zeitung über den philosophisch angehauchten Kultfilm der Coen-Brüder (über die im Anschluss um 23 Uhr die Doku „Die Coen-Brüder – Eine amerikanische Geschichte“ läuft). Kaum eine Figur wurde so oft zitiert, kopiert, verehrt wie „The Dude“. Für viele (vor allem Gen-X- und Boomer-Männer) bleibt es der witzigste Film aller Zeiten – und vielleicht haben sie damit nicht ganz unrecht.
Besser geht’s nicht
Liebeskomödie, 3sat, Sonntag, 16.15 Uhr
Ein zwangsneurotischer Schriftsteller, der seine Umwelt vor den Kopf stößt und Menschen genauso wie Tiere auf Abstand hält, schafft es schließlich doch, Verbindungen aufzubauen: „Ein wirklich entsetzliches Individuum kennenlernen“, heißt es im Trailer – und besser lässt sich Melvin Udall kaum beschreiben. Zwischen bissigen Dialogen, einem legendären Filmhund und 90er-Jahre-Nostalgie werden dem alten weißen Mann Gefühle erklärt. Jack Nicholson spielt den grummeligen Herren großartig (zu Recht oscarprämiert), und auch Helen Hunt zeigt sich in einer Paraderolle als Contra gebende Kellnerin, auch wenn nicht alles gut gealtert ist – manche Witze von Sexismus bis Antisemitismus sind aus der Zeit gefallen. Die Romanze bleibt stellenweise konstruiert, Kitsch gehört dazu. Trotzdem: starke Performances, viel trockener Humor und eine ästhetische Zeitkapsel.
Nur noch ein einziges Mal
Romanze, Sat 1, Sonntag, 20.15 Uhr
Ein Booktok-Epos auf der Leinwand: Colleen Hoovers Vorlage liefert großes Drama und eine Romance-Geschichte, die jedoch keine reine Schmuserei ist. Im Zentrum steht eine Beziehung, die weder romantisch noch, wie aktuell inflationär bezeichnet, „toxisch“ ist, sondern in häusliche Gewalt umschlägt. Der Film rutscht zeitweise in pathetische Überhöhung, unterstrichen von einem Taylor-Swift-lastigen Soundtrack. Auch ästhetisch gilt hier: Mehr ist mehr. Trotzdem entwickelt die Geschichte eine gewisse Wucht, gerade weil sie sich an schwierigere Stoffe heranwagt. Eine interessante zeitliche Parallele stellt die Ausspielung diese Woche dar. Im Rechtsstreit der beiden Hauptdarsteller Blake Lively und Justin Baldoni, der auch Regie führte, ergab sich diese Woche eine außergerichtliche Einigung. Lively hatte Baldoni wegen verschiedener Punkte verklagt, darunter sexuelle Belästigung am Set, er erwiderte eine Klage wegen Verleumdung.

