Spielfilmtipps zum WochenendeIm Land der unmöglichen Liebe

Lesezeit: 2 Min.

Überraschung! Ausgerechnet Anna Scott, ja die Anna Scott (Julia Roberts) taucht in einem Buchladen in Notting Hill auf.
Überraschung! Ausgerechnet Anna Scott, ja die Anna Scott (Julia Roberts) taucht in einem Buchladen in Notting Hill auf. IMAGO/Cola Images

„Notting Hill“, „King Kong“, „Open Range – weites Land“, „Shadow of a Doubt“: sehenswerte Filme im TV-Programm des Wochenendes.

Von Harald Hordych

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Notting Hill

Liebeskomödie, Sat 1, Sonntag, 22.40 Uhr

Gewiss, manche Tipps liegen so auf der Hand, dass man sich kaum traut, sie aufzuschreiben – aber diese Krönung der romantischen Komödie ist für sich genommen ein Film zum Verlieben und eine Empfehlung zum fünften oder zehnten Mal schauen. Und zwar immer mit der gleichen gebannten Freude darüber, dass zwei so ungleiche Menschen aufeinander stehen können: In diesem Fall der kauzige Buchhändler und die weltweit gefeierte Hollywood-Schauspielerin. Dass eine unmögliche Liebe so überzeugend zu ihrem Happy End findet, liegt natürlich am Drehbuch, an der nuancierten Regie, die nie überzuckert und übergagt, und an den beiden fabelhaften Darstellern: Julia Roberts und Hugh Grant, die verletzliche Schönheit und der charmante Grübler. Ein Film, in der jede Szene wert ist, gelobt zu werden. Meisterliche Unterhaltung.

King Kong

Action, Sat 1, Samstag, 22.25 Uhr

Filme, die mit Computer-Animation furchterregende Wesen und fremde Welten erschaffen, sind merklich der Gefahr ausgesetzt, ästhetisch schneller zu altern als solche, die ihre Wirkung so altmodischen Kräften wie menschlicher Anziehung und psychologischen Abgründen verdanken. Das ist der Segen und der Fluch schnell voranschreitender technischer Entwicklung. Umso überraschender, dass Peter Jacksons mehr als 20 Jahre alter Film bei aller Bilderwucht der Verfallszeit ein Schnäppchen schlägt, gerade weil die menschliche Anziehung auch auf ein Tier übergehen kann. Die erneut verfilmte Geschichte des Riesenaffens, der sich auf einer geheimnisvollen Insel in eine Filmschauspielerin (Naomie Watts) verliebt (endlich mal jemand, der seine Frau wirklich auf Händen tragen kann), ist deshalb mehr als eine etwas in die Jahre gekommene brillante Freakshow.

Open Range – weites Land

Western, WDR, Nacht zu Sonntag, 0.50 Uhr

Der grandiose Erfolg seines Oscar-bekränzten Erstlingswerks „Der mit dem Wolf tanzt“ hatte die Nebenwirkung, dass der Regisseur Kevin Kostner ausschließlich auf dieses Werk reduziert wird. Vier Filme stellen tatsächlich ein überschaubares Œuvre dar – zumal drei davon in Kostners Lieblingsgenre, dem Western, fallen. Ein Wiedersehen aber lohnt auch „Open Range“ aus dem Jahr 2004, der gern mit der Bezeichnung Edelwestern versehen wird, auch weil die Konflikte sich auf die Verteilungskämpfe zwischen den Weißen verlagert haben. 1882 finden sich im Westen der USA immer noch Männer wie Boss Speerman (Robert Duvall), die ihre Viehherden ausschließlich auf freies Weideland treiben. Der Konflikt mit rücksichtslosen Ranchern wie Denton Baxter ist also programmiert. Kevin Kostner spielt natürlich auch mit, und ganz bestimmt keinen Bösewicht.

Shadow of a Doubt

Thriller-Drama, Kabel 1 Classics, Sonntag, 22 Uhr

Bei der Würdigung von Alfred Hitchcocks Suspense-Lebenswerk wird gern vergessen, seinen Mut für Geschichten zu loben, die nicht für Arthouse-Festivals, sondern fürs breite Publikum gemacht wurden. Ein Beispiel für diese Chuzpe ist „Shadow of a Doubt“ von 1943, dem erklärten Lieblingsfilm von Hitchcock, weil sich die Spannung aus einer sonst kaum möglichen Tiefe der Figuren entwickelt: Ist der plötzlich auftauchende, sehr sympathische Onkel Charles von Charlotte (Theresa Wright) etwa der Lustige-Witwen-Mörder, ausgerechnet der so einnehmende Joseph Cotten? Unmöglich! Aber kaum ist er im beschaulichen Santa Rose angekommen, in der Charlotte mit ihrer Familie lebt, beginnt der Zweifel sein ätzendes Werk. Am Drehbuch beteiligt war Thornton Wilder, der zuvor mit „Unsere Kleine Stadt“ berühmt geworden war.

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