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TV-Tipps zum Wochenende:Verloren in der Fremde

Findet Dorie

Immer wieder ratlos und dennoch nicht auf den Kopf gefallen: der Clownfisch Nemo (l.) und der Doktorfisch Dorie.

(Foto: Pixar/Disney)

In den spannendsten Filmen des Fernseh-Wochenendes verlieren sich die Helden wahlweise in den Weltmeeren, im Universum oder in Brügge. Manchen von ihnen tut das Neuland richtig gut.

Von Stefan Fischer

Findet Dorie

Animation, Sat 1, Samstag, 20.15 Uhr

Ein paar kleine Erinnerungsfetzen sind doch da, Bilder aus Kindheitstagen. Das ist mehr, als zu erwarten steht bei Dorie, dem Paletten-Doktorfisch ohne Langzeitgedächtnis. Sie hat in einem ersten Abenteuer geholfen, Nemo wieder zu finden, den verlorenen Clownfisch-Sohn. Trotz ihres Handicaps und unter Gefahr für Leib und Leben, zu Wasser und zu Land. Ganz selbstlos, denn ihrer eigenen Familie hat sie dieses wilde Abenteuer nicht näher gebracht. Aber jetzt hat Dorie zarte Anhaltspunkte, wo und wen sie suchen muss in eigener Angelegenheit. Aber wie soll eine strategisch vorgehen, die sich nicht erinnern kann, welche Pläne sie vor ein paar Tagen geschmiedet hat? So sind es diesmal Nemo und sein Vater, die ihr hinterherschwimmen durch die Ozeane, um zu finden, was längst verloren schien: Geborgenheit.

Brügge sehen ... und sterben

Thriller, Servus TV, Samstag, 22.15 Uhr

Die beiden irischen Profikiller Ray und Ken (Colin Farrell, Brendan Gleeson) waren zuletzt in London, das ist ihr Maßstab. Sie haben allerdings einen Job vermasselt und müssen deshalb in der belgischen Stadt Brügge untertauchen, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Bald stellen sie jedoch fest: Gemeint ist das Gras über ihren Gräbern. Vorerst aber findet der Jüngere der beiden die Stadt bloß öde, während der Ältere die Ruhe und das kunstvolle Ambiente genießt, solange sie auf Anweisungen von ihrem Boss warten. Bis ihnen eben aufgeht, dass er es auf sie abgesehen hat. Die idyllischen Winkel werden zu Fallen, aber auch zu Verstecken - die beiden hatten genügend Zeit, Brügge zu ihrem Revier zu machen. Bald gesellt sich zum Ziegelorange der Architektur das Rot von Blut. Sowie manche herrliche Absurdität in diesem melancholischen Thriller.

Den Sternen so nah

Science-Fiction, Super RTL, Samstag, 20.15 Uhr

Die Menschheit macht sich einen ihrer größten interstellaren Träume wahr und besiedelt den Mars. Auf dem Flug zum Nachbarplaneten stellt eine der Kolonialistinnen fest, dass sie schwanger ist. So kommt es, dass Gardner Elliot (Asa Butterfield) das erste Kind ist, das auf dem Mars geboren wird. Die Mutter überlebt die Geburt jedoch nicht, und wer der Vater ist, weiß der Junge nicht. Anfangs wird seine Existenz geheim gehalten, und so wächst Gardner unter schwierigen Bedingungen auf, in der Gesellschaft von nur rund einem Dutzend anderer menschlicher Marsianer. Als Teenager glückt es ihm, auf die Erde zu gelangen - eine ihm komplett fremde Welt, der er auch körperlich kaum gewachsen ist. An dieser Stelle webt der Regisseur Peter Chelsom in seine Science-Fiction eine tragische, erfreulich kitschfreie Romanze ein.

X-Men: Dark Phoenix

Superhelden-Action, Pro Sieben, Sonntag, 20.15 Uhr

Der Film macht das Dutzend voll, er erzählt das zwölfte Kinoabenteuer der X-Men. Sie sind eigentlich die Außenseiter unter den Superhelden. Die Freaks, die Ungeliebten, deren Kräfte ihnen selbst immer wieder immense Probleme bereiten, etwa weil ihre Blicke alles zerstören, was sie betrachten - auch die Dinge, die sie gerne anschauen und wertschätzen würden. In dieser Ausgabe gibt es überdies Ärger innerhalb der Truppe: Jean Grey verschluckt versehentlich eine kosmische Wolke, was ihrer Persönlichkeit nicht gut bekommt und außerdem Wesen auf den Plan ruft, die diese Wolke mitsamt ihrer kosmischen Kraft gerne zurückhätten. Es geht, stärker denn je in dieser Reihe, um Choreografie und Effekte, um die Referenzen im eigenen Kosmos. Im Anschluss: X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (22.35 Uhr).

© SZ
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