Spielfilmtipps zum WochenendeWirtschaftsspionage mit Pfeil und Bogen

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Matt Damon würde als William Garin den Chinesen gern ihre Geheimwaffe stehlen.
Matt Damon würde als William Garin den Chinesen gern ihre Geheimwaffe stehlen. Jason Boland/Universal Pictures

„The Great Wall“, „Nickelodeon“, „Helden der Nacht“ und „Nur noch ein kleiner Gefallen“: sehenswerte Filme im TV-Programm des Wochenendes.

Von Fritz Göttler

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The Great Wall

Historische Fantasy, Sat.1, Samstag, 20.15 Uhr

Es war einmal in China, um die erste Jahrtausendwende ... Ein irrwitziges historisches Spektakel, 2016, von Zhang Yimou, der mit intensiven Frauenfilmen, danach mit sagenhaften Kampffilmen das junge chinesische Kino der „fünften Generation“ weltweit bekannt machte – heute ist er der Mann fürs ganz große Kino. Mitten im Film tauchen plötzlich an der Mauer die Taotie auf, abscheuliche Monsterwesen, und mit ihrer Bekämpfung wird das Schicksal der Menschheit entschieden. Mit heldenhaftem Einsatz und einer neuen Geheimwaffe, dem Schwarzpulver! Das würden europäische Abenteurer – Wirtschaftsspionage gab es damals andersherum als heute – den Chinesen gern stehlen, unter ihnen Matt Damon, der eine unglaubliche Technik im Umgang mit Pfeil und Bogen hat, Pedro Pascal und Willem Dafoe. Matt Damon wird in wenigen Tagen im neuen Film von Christopher Nolan zu sehen sein, als Odysseus.

Nickelodeon

Hollywood-Fantasy, Arte, Sonntag, 13.20 Uhr

Peter Bogdanovich hat Tausende Filme gesehen, und viele davon stecken in seinen eigenen Filmen. Dieser, aus dem Jahr 1976, erzählt von der Stummfilmzeit, als die Lichtspielbuden auch Nickelodeons genannt wurden und die Filme vor allem aus Slapstick-Stolpereien und Pferdestürzen bestanden – die Veteranen Raoul Walsh und Allan Dwan hatten ihm davon erzählt. Ryan O’Neal ist Leo, ein Anwalt in Chicago, der in „Cucamonga“ an der Westküste landet und dort mehr oder weniger macht, was man später Regie nennt. Burt Reynolds ist ein Cowboyreiter, der aus New York dazukommt. Es endet 1915 mit der Premiere von „The Birth of a Nation“, D.W. Griffiths weit ausholendes Spektakel (drei Stunden!) vom amerikanischen Bürgerkrieg – der Film wird heute als rassistisch eingestuft, nur selten gezeigt. Vom Hollywood 1969 erzählt Quentin Tarantino in „Once Upon a Time in … Hollywood“, eine ganz eigene Version der grausamen Manson-Morde (Pro Sieben, Sonntag, 22.40 Uhr).

Helden der Nacht

Polizeidrama, Arte, Sonntag, 21.40 Uhr

New York war in den Achtzigern eine gefährliche Stadt. James Gray erzählt in seinem Film von einer Familie im Zerfall, der eine Sohn, Joaquin Phoenix, arbeitet in der Nightclubszene, also im Drogengeschäft, der andere (Mark Wahlberg) ist ein Cop, wie der Vater (Robert Duvall). Phoenix ist der Held des Films von 2007, für ihn gilt „We own the Night“, so der Originaltitel des Films. Im Geist von Shakespeare wollte James Gray von der Wandlung seines dynamischen Helden erzählen, der zum Polizeispitzel wird und dann zum Cop: „Die wirkliche Geschichte ist, dass dieser Bursche etwas Großes hatte – vielleicht nicht im Sinne dessen, was seine Familie für groß hielt oder die Mainstream-Gesellschaft, aber etwas Großes ... And they fucking ruined it. Sie machten es kaputt, für dieses langweilige Gesetz des Vaters. Und ich denke, das ist subversiv, macht diesen Film auf eine perverse Weise zu einer Art Pro-Drogen-Film.“

Nur noch ein kleiner Gefallen

Thrillerkomödie, Pro Sieben, Sonntag, 20.15 Uhr

Die Fortsetzung des sehr erfolgreichen „Nur ein kleiner Gefallen“, 2018, von Paul Feig. Ein Diven-Krieg zwischen Anna Kendrick und Blake Lively, wobei die Zweite doppelt so intensiv (und tödlich) aufspielen kann, weil sie eine Zwillingsrolle hat. Sequels müssen immer das Original potenzieren, erklärt Feig – in diesem Fall aber sei das Original schon absolut verrückt gewesen, von den abenteuerlichen Hüten bis zu den fiesen Mordkomplotten. Zur Steigerung trägt nun eine große Hochzeit auf Capri bei. Eher klassisch streng inszeniert ist die Komödie „Adel verpflichtet“, 1949, von Robert Hamer (Arte, Samstag, 14.20 Uhr). Ein junger Mann will seiner toten Mutter ihren Platz im Familiengrab verschaffen, den die fiesen Verwandten ihr verweigerten. Er macht sich also dran, sie umzubringen. Diese werden – Spoiler! – alle von Alec Guinness gespielt. Eine herrliche Studie der britischen Gesellschaft und einer tiefen Liebe zur Mutter.

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