Spielfilmtipps zum WochenendeMachtspiele mit coolen Typen

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Denzel Washington ist als „Whip“ Whitaker in dem Film „Flight“ (2012) ein echter  American hero.
Denzel Washington ist als „Whip“ Whitaker in dem Film „Flight“ (2012) ein echter American hero. Alamy Stock Photos / ZUMA Press/mauritius images

„Flight“, „American Gangster“, „Gladiator II“, „Captain Phillips“: sehenswerte Filme im TV-Programm des Wochenendes.

Von Fritz Göttler

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Flight

Psychodrama, SWR/SR, Sonntag, 22.45 Uhr

„Whip“ Whitaker wird als echter American hero gefeiert in dem Film von Robert Zemeckis, 2012. Ein Flugkapitän, der seine Maschine beim Start in Orlando durch den Sturm in die Sonne bringt und dann, als sie auf dem Flug nach Atlanta in einen Sturzflug taumelt, vor dem Absturz bewahrt – indem er sie kopfüber kippt! Kam er auf diesen verrückten genialen Coup, weil er davor reichlich Alkohol und Koks konsumierte? Muss er dafür ins Gefängnis? Zemeckis erforscht die amerikanische Wirklichkeit mit Mitteln der Fantasy, in Filmen wie der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie oder „Forrest Gump“, mit Tom Hanks als einem American hero ganz anderer Art. Denzel Washington verkörpert „Whip“, unglaublich cool und elegant, selbstverliebt und überheblich, seine Drogenabhängigkeit spielt er erst mal herunter. Mit dabei ist Kelly Reilly, die Beth Dutton in den „Yellowstone“-Serien und in „Dutton Ranch“, der neuen Serie, die eben auf Paramount+ startete.

American Gangster

Krimi, Sat.1, Nacht zu Sonntag, 2 Uhr

Frank Lucas ist ein echter Sechziger- und Siebzigerjahre-Gangster in dem Film von Ridley Scott, 2007. Er wohnt in einem Penthouse, fährt einen Lincoln und hat Tausende von Menschen zu Tode gebracht, durch das besonders reine Heroin, das er aus Vietnam ins Land schmuggelt und in Harlem verkauft. Denzel Washington ist Frank Lucas, cool und kaltschnäuzig, mit atemraubender Lässigkeit. Blue Magic heißt sein Heroin, er lässt es von Militärmaschinen einfliegen, in den Särgen gefallener Soldaten. Ohne Skrupel schießt er einem Widersacher in den Kopf, auf offener Straße. Sein Gegenspieler bei Polizei und Staatsanwaltschaft ist Russell Crowe, genau der Gegentyp, schlecht gekleidet, bullig und mit strubbeligem Haar. „Sie verkörpern den Fortschritt“, erklärt er Frank. Die Mafia, immer noch europäisch traditionell strukturiert, hasst ihn, „durch ihn geht diesen Typen viel Geld durch die Lappen“.

Gladiator II

Antikendrama, Pro Sieben, Sonntag, 20.15 Uhr

Ebenfalls von Ridley Scott, 2024. Sein erster „Gladiator“, aus dem Jahr 2000 (im Anschluss danach um 23.20 Uhr im Programm), ist schnell ein Kultfilm geworden und hat Russell Crowe zum Star gemacht. Der zweite, fast ein Vierteljahrhundert später gedreht, hat Kritik und Publikum eher enttäuscht, er ist sperriger und spröder, auch weil der Held, Paul Mescal als Lucius, weniger naiv ist, als Russell Crowe als Maximus es war. Es geht, sehr aktuell, um Machtspiele, pathologische Kaiserfiguren und ihre absurden Vorstellungen, wie ihre Herrschaft geschmückt werden sollte. Auch Denzel Washington ist dabei, als Macrinus, ein Menschenhändler mit Lust auf den Kaiserthron. So grausam und archaisch wie das Rom im 2. Jahrhundert ist das Inselreich im Nordatlantik in „The Northman“, 2022, von Robert Eggers (3sat, Sonntag, 22.10 Uhr). Brutale Sklaverei, blutige Kämpfe um Herrschaft und Thronfolge, Weissagungen und leidenschaftliche Intrigen ... in der Tradition von Shakespeare.

Captain Phillips

Abenteuer, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr

Die Maersk Alabama ist ein Containerschiff, das Kapitän Phillips (Tom Hanks) von Oman nach Kenia bringen soll, im Film von Paul Greengrass, 2013. Am Horn von Afrika entern Piraten aus Somalia das Schiff, primitiv ausgerüstet, aber entschlossen in ihrer Forderung nach einer Menge Lösegeld. Ein Katz-und-Maus-Spiel in den finsteren Gängen und auf dem Kommandodeck, mit irrer Hektik von Paul Greengrass gefilmt. Ein US-Zerstörer kommt hinzu. Scharfschützen beziehen Stellung und nehmen drei der Piraten ins Visier. Die haben keine Chance. Am Ende ist Tom Hanks verletzt, verwirrt, kaum aussagefähig, schockiert. Auch darüber, dass das Blut an seinem Körper nicht nur sein eigenes ist. Schockiert ist der junge Josh, als er eines Morgens im Körper eines etwa dreißig Jahre alten Manns erwacht in „Big“, 1988, von Penny Marshall (Disney Channel, Sonntag, 20.15 Uhr). Tom Hanks ist dieser große Knabe, und er nutzt seine Chance für eine schnelle Karriere – als Experte für Spielzeug.

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