Spielfilmtipps zum WochenendeDie Geburt der Action aus Elektroschocks

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Michael Duchaussoy und Caroline Cellierin in Claude Chabrols Rachethriller „Das Biest muss sterben“.
Michael Duchaussoy und Caroline Cellierin in Claude Chabrols Rachethriller „Das Biest muss sterben“.
picture-alliance / Mary Evans Picture Library

„Das Biest muss sterben“, „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“, „Spectre“ und „Challengers – Rivalen“: sehenswerte Filme im TV-Programm des Wochenendes.

Von Fritz Göttler

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Das Biest muss sterben

Krimi, Arte, Samstag, 14.15 Uhr

Der junge Claude Chabrol hat in den Sechzigern sein eigenes Genre gefunden, den Thriller im Familienkreis. Dieser von 1969 basiert auf einem (unter dem Pseudonym Nicholas Blake erschienenen) Roman von Cecil Day-Lewis, der Poetikprofessor in Oxford und britischer Hofdichter war, der Vater des Schauspielers Daniel Day-Lewis. Ein Mann ist verzweifelt über den Tod seines jungen Sohnes, ein rücksichtsloser Fahrer hat ihn niedergefahren. Der Vater kriegt raus, wer es war, will ihn umbringen, schleicht sich in dessen Familie ein, als Hauslehrer von dessen Sohn. In der Griechischstunde lesen sie Homers Ilias – die das Sublimste sei, was je geschrieben wurde. Troja ist eine Stadt, von der man spricht, in die man aber nie eindringt. Viele junge Helden kämpfen und sterben für diese unerreichbare Sache. Bei Homer hat jeder Tod seine Besonderheit. Einem Krieger stößt Dionedes, einer der griechischen Fürsten, den Speer in den Nacken, der dringt ihm vorn wieder raus wie eine Zunge aus Metall.

Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen

Fantasy, RTL Zwei, Freitag, 20.15 Uhr

Die Antike ist quicklebendig, ihre (Halb-)Götter und Muskelhelden tummeln sich gegenwärtig unter uns, man hat sie zusammengepfercht in einer Art Reservat, dem „Camp Half Blood“. Ab und zu aber müssen sie los, um die Welt wieder in Ordnung zu bringen. Der erste Film nach den Romanen von Rick Riordan, „Diebe im Olymp“, 2010, ist von Chris Columbus, da gab es unter anderem die Konfrontation mit dem Unterweltler Hades und der grausigen Medusa, den zweiten (Originaltitel „Sea of Monsters“) inszenierte Thor Freudenthal. Der Knabe Percy (= Perseus) Jackson, ein Sohn des Meergotts Poseidon, muss hier mit den anderen Kids das Goldene Vlies organisieren, das der Zyklop Polyphem unter Verschluss hält. Sie treffen dabei auf ein schillerndes Seepferd, Circe und Charybdis und Stanley Tucci als Mr. D. (= Dionysos). Als Dr. Munchin ist Tucci in „Jolt“ zu sehen, neben Kate Beckinsale – ein Triller über die Geburt der Action aus Elektroschocks (RTL Zwei, Sonntag, 16.8., 22.45 Uhr).

Spectre

Agentenfilm, RTL, Sonntag 20.15 Uhr

Der Film beginnt am Tag der Toten in Mexico City, einem Karneval, in dem alle sich auf den Straßen tummeln mit Totenschädel-Masken. Unter ihnen ist ein Killer, James Bond, mit der Lizenz zum Töten. Er kämpft gegen den fiesen Verbrecherbund Spectre, Intriganten in seinem Geheimdienst und gegen die Phantome seiner eigenen Vergangenheit – was diesem vorletzten Daniel-Craig-Bond eine surreale Märchenhaftigkeit verleiht. „You’re a kite dancing in a hurricane, Mr. Bond.“ Ein anderer Ermittler, dem von der eigenen Geschichte der Blick getrübt wird, ist in „Haunted – Das Haus der Geister“, 1995, Aidan Quinn, mit seinen magisch blauen Augen – als Psychologieprofessor mit Hang zum Paranormalen (Tele 5, Sonntag, 20.15 Uhr). Der vorletzte Film von Lewis Gilbert, der auch drei Bondfilme gemacht hat. Die Entwicklung der Serie hat er lakonisch auf den Punkt gebracht: Früher habe er einen Spielfilm für weniger als die Telefonrechnungen von „Moonraker“ gemacht.

Challengers – Rivalen

Sportlerfilm, Samstag, 20.15 Uhr, ZDF Neo

Sportlerfilme widmen sich oft Einzelkämpfern, ihrem Willen zu siegen, durchhalten zu müssen. Zendaya, Josh O'Connor und Mike Faist spielen erfolgreich und lustvoll Tennis in diesem ungewöhnlichen Genrefilm. Der also von drei Leben und Karrieren erzählt, drei Lebensentwürfen, Träumen, Lieben – auch von einer Ehe und einer schweren Verletzung, die eine der Karrieren beendet. Regisseur Luca Guadagnino über die Heldin: „Während sie die Leiter emporklimmt, will sie alles besitzen, was sie bekommen kann, das Ziel ist also Macht. Und Macht meint, wie man sein Leben kontrolliert, wie man die Leben anderer kontrolliert, wie man sein Aussehen kontrolliert und wie man sein Aussehen zur definitiven Antwort auf die Welt macht.“ Sie liebt und küsst beide Jungs und, weil’s ein Film von Luca Guadagnino ist (der danach „Queer“ drehte, nach William S. Burroughs, mit Daniel Craig), küssen auch die Jungs einander.

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