Panic Room
Thriller, Sixx, Sonntag, 22.30 Uhr
David Fincher kann alles, aber am besten bewegt sich der Regisseur von „Gone Girl“, „The Game“ und „Fight Club“ auf dem Terrain des Psychothrillers, das zeigt er auch in diesem schlauchenden Kammerspiel für ein halbes Dutzend Personen. Meg (Jodie Foster) und ihre zwölfjährige Tochter Sarah (Kristen Stewart, schon früh brillant) müssen erkennen, dass sie zur falschen Zeit am falschen Ort sind: In ihre zukünftige übergroße Wohnung in Manhattan brechen drei Gauner ein. Die Altmans flüchten instinktiv richtig in den Panic Room – nur wollen die Kriminellen genau da rein. Wie es aussieht, wenn ein deutscher Vater/Sohn-Heuler die richtigen Noten trifft, kann man in „Wenn der Vater mit dem Sohne“ (SWR, Samstag, 20.15 Uhr) erleben – spätestens wenn Heinz Rühmann „La Le Lu, Nur der Mann im Mond schaut zu“ anstimmt.
Der fremde Sohn
Krimi, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr
Willkommen in L.A. kurz vor der Großen Depression. Gerade dort, wo Recht und Ordnung gesichert werden sollten – bei der Polizei –, befindet sich der tiefste Sumpf. In diesen gerät Christine Collins (Angelina Jolie), deren zehnjähriger Sohn nach ein paar harmonischen Szenen verschwunden ist. Mit einer für ihn unüblichen Wut zeigt Clint Eastwood, wie die Institutionen die Qualen der seelisch geschundenen Mutter verstärken, indem sie versuchen, ihr einen anderen Jungen unterzuschieben. Parallel zu der Hauptgeschichte entwickelt sich ein rührender Nebenstrang: über einen der wenigen sauberen Cops (Michael Kelly aus „House of Cards“ und „Lioness“), der durch seine Gewissenhaftigkeit einem Serienmörder auf die Spur kommt und Ungeheuerliches aufdeckt. Hier reicht es dem Regisseur, die Dinge zu zeigen, ohne zusätzlich zu dramatisieren.
Jagd auf Roter Oktober
Thriller, ZDF Neo, Samstag, 20.15 Uhr
Geht das heutzutage noch: ein Russe als Held eines Hollywood-Films? Vielleicht, wenn er von jemandem wie Sean Connery gespielt wird. Als sowjetischer U-Boot-Kommandant Ramius trägt er 1984 – Gorbatschow ist noch Lichtjahre von der Kreml-Spitze entfernt – einen fesch gezwirbelten Bart und bringt sowohl seine Landsleute als auch die US-Bürokraten schwer ins Schwitzen. Denn niemand weiß, was Ramius im titelgebenden, ultrastillen Kriegsutensil antreibt – niemand außer dem Analytiker Jack Ryan (Alec Baldwin, in der Rolle, die später Harrison Ford und John Krasinski übernahmen); freilich kann er seinen Vorgesetzten zur Überzeugung nicht viel mehr als ein Bauchgefühl liefern. Als Zuschauer hinkt man dem Geschehen mitunter sekunden- oder minutenlang hinterher; ein gemeiner, verpönter Trick, der hier blendend klappt.
Fack ju Göhte
Komödie, Sat 1, Sonntag, 20.15 Uhr
Rückblickend ist alles klar: Elyas M’Barek! Depperte Schüler! Dreiste Witze! Coole Sprache! Das musste ja ein Hit werden. Oder? Als der Film fertig wurde, im Sommer 2013, konnte niemand auch nur erahnen, was für eine Hitmaschine da entstanden war. Über sieben Millionen Kinobesucher zählte die Komödie über den Kleinstganoven Zeki, der sich als Lehrer ausgibt, um an die Beute eines Coups zu kommen. Zwei minderklassige Fortsetzungen und diverse untaugliche Kopien später kann man festhalten, dass „Fack ju Göhte“ ein noch größeres Wunder ist als gedacht: Selbst wenn man die Witze und Dialoge schon dutzendfach gehört hat, kann man sich weglachen angesichts der unmittelbaren und doch geistreichen Pointen sowie der verschwenderischen Art, mit kleinen Gags um sich zu schmeißen. Und das Trio um Alwara Höfels (deren unentschuldigte Absenz in Teil 2 & 3 noch schmerzlicher auffiel als jene von Karoline Herfurth), Jella Haase und Katja Riemann ist unübertroffen.

