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Fernseh-Serien:Publikum wird immer anspruchsvoller

Für Tuchman ist der regionale Bezug zwar kein Selbstzweck. "Die Geschichten müssen vor allem gut sein", sagt er. Doch Handlungen aus sehr spezifischen Milieus hätten häufig eine so universelle Bedeutung, dass die Serie dadurch die gefragte Qualität bekäme.

Sich im Lokalen nach Geschichten umzuschauen, und damit dann global rauskommen - zu dieser Entwicklung passt, dass selbst in den USA inzwischen fremdsprachige Fernsehserien mit Untertiteln sehr gefragt sind. Dabei gab es dort bislang keinerlei Affinität für fremde Sprachen und nicht die Spur einer Tradition bei der Untertitelung von Filmen oder deren Synchronisation.

Vom speziellen Aroma einer fremden Sprache

AMC sei auch in diesem Segment mittlerweile sehr erfolgreich, sagt Tuchman. Denn das Publikum werde inzwischen immer anspruchsvoller - und dazu gehöre offenbar auch, dass das spezielle Aroma, den eine fremde Sprache dem visuellen Erlebnis verleihe, von den Zuschauern gewünscht werde.

Caroline Benjo von der französischen Produktionsfirma "Haut et Court", die neben The Last Panthers auch die Erfolgsserie The Returned produziert hat, kann das in der Diskussion nur bestätigen: "Als wir The Returned an den Channel 4 nach Großbritannien verkauft haben, haben wir sogar den Trailer ausschließlich auf französisch ausgestrahlt, und die Zuschauer waren begeistert."

So weit ging RTL mit seiner Vorzeigeserie Deutschland 83 nicht, die dennoch international gefeiert wurde. In den USA lief der Achtteiler in englischer Synchronisation und in Schweden parlieren Adjutant Rauch (Jonas Nay) und General Edel (Ulrich Noethen) schwedisch, wie die Trailer belegen, die RTL-Fiction-Chef Philipp Steffens mit zur Diskussion gebracht hat.

Amerikaner bewahren RTL vor Reinfall

Bei Deutschland 83 erwies sich das Patentrezept, etwas sehr Spezifisches und Landestypisches auf der ganzen Welt vorzuführen, als besonders wirksam. Die amerikanischen Zuschauer nahmen regen Anteil an der Geschichte, die sich so nur im geteilten Deutschland während des Kalten Krieges abspielen konnte. Die deutschen Einschaltquoten erwiesen sich für RTL hingegen als enttäuschend. Doch wer wie der deutsche Privatsender treue amerikanische Zuschauer hat, dürfte das verschmerzen können.

© SZ.de/cag/dd
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