Fernseh-"Phantom" in London Paul Yarrow und seine Mission

Der Londoner Paul Yarrow stellt sich selbst in den Nachrichten zur Schau - für die Gleichberechtigung von hässlichen Menschen.

Ein Schaulustiger mit Mission: trotz der Tatsache, dass ihn eigentlich keiner filmen will, ist Paul Yarrow (42) ein Fernsehstar. Der Londoner ist auf allen Bildschirmen im Vereinigten Königreich zu sehen und in aller Munde. Sobald Kamerateams in Sicht sind, drängt er sich hinter den Reportern ins Bild.

Paul Yarrow stiehlt sich in die Nachrichten, um Gleichberechtigung von hässlichen Menschen zu fordern.

(Foto: sky.co.uk)

Ob BBC, Channel 4 selbst bei der in Qatar stationierten Sendeanstalt Al Jazeera, kein Sender scheint vor ihm sicher zu sein. Gerne mal In einem weißen Shirt und Jeans gekleidet taucht er auf und tut so, als ob er Zeitung liese oder telefoniere. Meistens jedoch steht er einfach nur im Bild. Mittlerweile soll er schon über hundertmal aufgetaucht sein, so oft, dass im Internet schon wild über das "Phantom in den Nachrichten" spekuliert wird. "News raider" wird er dort genannt, was im übertragenen Sinn so viel wie "Nachrichtendieb" heißt.

Aber Paul Yarrow ist nicht nur einfach wild darauf, gefilmt und berühmt zu werden, Paul Yarrow hat eine Botschaft. Er möchte, dass auch hässliche Menschen im Fernsehen gezeigt werden. "Ich bin übergewichtig, und Menschen wie ich werden wegen ihres Aussehens als unansehnlich betrachtet", sagte er der Zeitung Evening Standard. Es störe ihn, dass dicke Menschen oft ignoriert oder für dumm gehalten würden. Als sich ein Komiker in der BBC über ihn als "fetten Typen, der nur ins Fernsehen will" lustig gemacht hatte, sei er sehr wütend gewesen. Yarrow bezeichnet sich selbst als "einfachen Mann von der Straße".

Doch eben das ist er inzwischen auch nicht mehr. Mittlerweile ist er so bekannt, dass ihn Leute auf der Straße ansprechen und sich mit ihm ablichten lassen wollen. Diese plötzliche Beliebtheit ist ihm anscheinend so unheimlich, dass er nun erst einmal sein "Phantom"-Dasein beenden will. Die Fernsehsender werden also nun erst einmal ohne ihn auskommen müssen.