Die Dichterin Orlanda Sassu hat ein höchst fluides Werk hinterlassen. Gedrucktes ist nicht verfügbar, das Einzige, was es von ihr gibt, sind unzählige Audiokassetten. Auf denen hat die 2015 im Alter von 90 Jahren verstorbene Sardin drei Jahrzehnte lang aufgenommen, was ihr überliefernswert erschien: Gesänge, Gedichte, Gespräche, Geräusche. Es ist eine mündliche Kultur, die Sassu weitergetragen hat. Nur gibt es nach ihr wohl niemanden mehr, der an ihre Stelle tritt und tradiert, überformt, forterzählt, was Orlanda Sassu ihrerseits aufgesogen, interpretiert, ergänzt und weitergetragen hat.
RadiofeatureDer Wind im Wacholder
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Hier versteht man wenig und doch alles: SWR und Deutschlandradio adaptieren eine betörende Hördoku in sardischer Sprache über die Gesänge der Dichterin Orlanda Sassu.
Von Stefan Fischer
