FAZ nach Frank Schirrmachers Tod Die Lücke

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" regelt die Herausgeber-Nachfolge Frank Schirrmachers. Günther Nonnenmacher soll zusätzlich zur Außenpolitik das Feuilleton übernehmen. Viele verwundert das.

Von Thorsten Schmitz

Die Frage, wer den Platz von Frank Schirrmacher im Herausgebergremium der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) einnimmt, ist vorerst beantwortet. Günther Nonnenmacher wird nach Angaben der FAZ seinen für 30. Juni geplanten Eintritt in den Ruhestand verschieben und Schirrmachers Funktion als fürs Feuilleton zuständiger Herausgeber mit übernehmen.

Mann der Zukunft

Er war bei der FAZ Nachfolger von Marcel Reich-Ranicki und Joachim Fest, war Gesellschaftskritiker und dabei nie nur klassischer Kulturmensch. Nun ist Frank Schirrmacher im Alter von 54 Jahren gestorben. Ein Nachruf von Franziska Augstein, Andrian Kreye und Gustav Seibt mehr ...

Nonnenmacher sei von den anderen Herausgebern darum gebeten worden, erklärte FAZ-Sprecher Andreas Tazl auf Anfrage. Nonnenmacher bleibt zudem weiterhin der für Außenpolitik zuständige Herausgeber.

Die Berufung Nonnenmachers zum Feuilleton-Herausgeber hat zunächst für Verwunderung gesorgt. Viele fragen sich, was einen versierten Außenpolitik-Journalisten wie Nonnenmacher für das Feuilleton der FAZ prädestiniert. FAZ-Sprecher Tazl betonte jedoch, dass es sich um eine Übergangslösung handele. Durch den plötzlichen Tod Schirrmachers, der am Donnerstag nach einem Herzinfarkt plötzlich verstorben war, "ist natürlich eine Riesenlücke entstanden, die gefüllt werden muss. Das ganze Haus steht noch unter Schock." Nonnenmacher und Schirrmacher sind beide im gleichen Jahr - 1994 - in das Herausgeber-Gremium der FAZ berufen worden.

Ohne Schirrmacher in der Herausgeberzeile

Die schnelle Interimslösung im Herausgeber-Gremium ist mindestens so ungewöhnlich wie die neue Herausgeberzeile der FAZ. Nur zwei Tage nach dem Tod Schirrmachers ist die FAZ bereits am Samstag ohne seinen Namen in der Herausgeberzeile erschienen. Die FAZ hatte auch verzichtet, neben Schirrmachers Namen ein kleines Kreuz zu platzieren. Im Spiegel etwa wird bis heute der frühere Herausgeber Rudolf Augstein im Impressum aufgeführt.

Angesprochen auf die sehr schnelle Löschung von Schirrmachers Namen aus der Herausgeberzeile, erklärte der Sprecher: "Zu diesem Punkt kann man eigentlich nur etwas Falsches sagen. Es ist jedoch total logisch, dass mit der ersten Ausgabe, für die Schirrmacher nicht mehr mitverantwortlich war, auch sein Name nicht mehr genannt wird."