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EM-Heft "72 80 96 16":"Fußball lebt vom Geschichtenerzählen"

72 80 96 16 Oliver Wurm EM Cover

Jeder Inserent bekommt 100 Hefte, um sie an seine Kunden zu verschenken. So vertreibt Oliver Wurm ein Drittel der Auflage von 100 000 Stück.

(Foto: Fussballgold.de)

Sein Fußballmagazin "54 74 90" hat Oliver Wurm eigentlich nur gegründet, weil er zur WM in Brasilien die Reisekasse aufbessern musste. Daraus ist ein charmantes Liebhaberprojekt geworden.

Aus Schaden wird man kreativ - und gründet eine Fußball-Zeitschrift: Vor zwei Jahren wollte der Journalist Oliver Wurm mit Kumpels in Brasilien die Fußball-WM erleben. Bei der Buchung eines Hauses in Ipanema ist er aber auf Betrüger hereingefallen. Die Reisekasse war futsch, Wurm wollte jedoch unbedingt zur WM. Also hat er sich als Journalist akkreditiert - brauchte dafür allerdings einen Arbeitsnachweis.

So erzählt Oliver Wurm, der Redakteur bei Sport Bild war und 2009 die Bibel als Magazin herausgegeben hat, wie 54 74 90 entstanden ist. Fans wissen es: Das sind die Jahreszahlen der ersten drei deutschen WM-Titel. Inzwischen gibt es fünf Ausgaben: Nummer zwei erzählt von persönlichen WM-Momenten des deutschen Teams, Heft drei ist einem einzigen Spiel gewidmet, dem 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien. Es folgte im vergangenen Jahr eine Ausgabe über das WM-Turnier 1990, zum 25. Jahrestag des deutschen Triumphs in Rom.

Aktuell ist nun das Heft 72 80 96 16 zur Europameisterschaft erschienen. Die drei ersten Zahlen sind golden - die Jahre deutscher EM-Titel. Die 16 ist weiß, es liegt ein Goldstift bei, für den Fall der Fälle.

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"Fußball lebt vom Geschichtenerzählen", sagt Oliver Wurm. Es gibt lange Interviews, im aktuellen Heft mit Günter Netzer, Bernard Dietz und Oliver Bierhoff, prägenden Spielern bei den bisherigen drei siegreichen EM-Turnieren. Die Magazine sind eine charmante Spielwiese, das Layout ist großzügig - ein Liebhaber-Projekt für Fußballfans. Inzwischen hat Wurm einen Verlag dafür gegründet, Fußballgold. Und rechnet demnächst mit schwarzen Zahlen.