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Umstrittener Gastkommentar:Meinungschef der "New York Times" tritt ab

New York during the COVID-19 pandemic The front page of the New York Times on Sunday, May 24, 2020 prints the names and

Die Titelseite der New York Times vom 24. Mai.

(Foto: imago images/Levine-Roberts)

In einem Gastbeitrag für die Zeitung hatte ein republikanischer Senator den Einsatz des Militärs gegen Demonstranten gefordert. Das löste eine Revolte in der Redaktion aus, die jetzt personelle Konsequenzen hat.

Der einflussreiche Chef der Meinungsseite der New York Times, James Bennet, verlässt nach einem sehr umstrittenen Gastkommentar seine Position mit sofortiger Wirkung. Der republikanische Senator Tom Cotton hatte in der Zeitung den Einsatz des Militärs bei den Protesten in den USA gefordert, das hatte innerhalb der Redaktion zu einer Revolte geführt und das Blatt in Erklärungsnot gebracht.

Der Verleger der New York Times, Arthur Gregg Sulzberger, erklärte am Sonntag, die Zeitung sei Bennet für seine Leistung seit Mai 2016 "dankbar". Nun werde die Journalistin Kathleen Kingsbury die Meinungsseite kommissarisch führen.

Seit fast zwei Wochen kommt es in vielen US-Städten zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Auslöser war der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota am 25. Mai. Die Proteste arteten anfangs zum Teil in Ausschreitungen und Plünderungen aus.

Die Zeitung hatte am Donnerstag bereits mitgeteilt, der Artikel von Cotton mit der Überschrift "Schickt die Truppen rein" ("Send In The Troops") entspreche nicht den Standards der Zeitung. Ein "überstürzter redaktioneller Prozess" habe zur Veröffentlichung des Meinungsbeitrags geführt. Die Zeitung berichtete zudem, dass Bennet den Beitrag nicht vor der Veröffentlichung gelesen hatte. Cotton hatte unter anderem geschrieben: "Vor allem eines wird die Ordnung auf unseren Straßen wieder herstellen: eine überwältigende Machtdemonstration, um Gesetzesbrecher zu vertreiben, festzunehmen und schließlich abzuschrecken."

© dpa/olkl/kler/jsa

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