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Australien:Facebook und News Corp einigen sich

Facebook

Nach Eskalation zurück am Verhandlungstisch: Facebook.

(Foto: Uli Deck/dpa)

Damit scheint der Konflikt um bezahlte Nachrichteninhalte in Australien beseitigt. Auch mit dem öffentlich-rechtlichen Sender ABC soll Facebook im Gespräch sein.

Von Jan Bielicki

Nach erbittertem Streit wird Facebook nun doch australischen Zeitungen und Rundfunkanstalten Geld für die Verbreitung von deren Nachrichteninhalten in seinem Netzwerk überweisen. Wie am Dienstag bekannt wurde, einigte sich der Internet-Gigant mit den beiden größten australischen Medienkonzernen News Corp und Nine auf entsprechende Deals. Mit Seven West, der Nummer drei auf Australiens Medienmarkt, hatte Facebook bereits vor drei Wochen ein ähnliches Übereinkommen erzielt.

Damit scheint ein Konflikt zu Ende zu gehen, der die Medienbranche der ganzen Welt auf Australien blicken ließ - und die noch im Februar zu einer weltweit bisher einmaligen Eskalation geführt hatte. Hintergrund war ein Gesetzesvorhaben der australischen Regierung, das Facebook und Google dazu zwingen sollte, Teile ihrer Einnahmen, die sie aus ihrer beherrschenden Stellung auf dem Markt für Online-Werbung erzielten, an die lokalen Zeitungen und Sender abzugeben.

Wie viel Geld die Verträge den Zeitungen und Sendern einbringen, wurde zunächst nicht bekannt

Dagegen hatten sich Google und Facebook vehement gewehrt. Während aber der Suchmaschinen-Konzern schließlich einwilligte, wie vom Gesetz vorgesehen mit Australiens Medienhäusern über Zahlungen zu verhandeln, suchte Facebook zunächst die Konfrontation. Von einem Tag auf den anderen löschte er für seine australischen Nutzer im Februar nicht nur die Auftritte von nationalen und internationalen Nachrichtenportalen, sondern auch - "versehentlich", wie es hinterher hieß - von Wohlfahrtsverbänden oder Gesundheitsbehörden.

Australiens Parlament verabschiedete das Gesetz dennoch, allerdings etwas entschärft - und Facebook-Chef Mark Zuckerberg ließ seine Leute wieder an die Verhandlungstische zurückkehren. Auch mit dem öffentlich-rechtlichen Sender ABC und kleineren Medienhäusern soll Facebook wieder im Gespräch sein. Wie viel Geld die Verträge den Zeitungen und Sendern einbringen, wurde zunächst nicht bekannt. Ähnliche Vereinbarungen mit Google sollen der Wirtschaftszeitung Australian Financial Review zufolge umgerechnet etwa 90 Millionen Euro in ihre Kassen spülen.

© SZ/cag
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