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Facebook:Aber nicht nackt

Das Netzwerk hat große Pläne fürs Fernsehgeschäft: Schon im Juli sollen die ersten eigenen Formate zu sehen sein, manche davon so teuer wie hochwertige TV-Produktionen. Trotzdem gibt es einen großen Unterschied zu Amazon, Netflix und Co.

Schon seit einer Weile ist bekannt, dass Facebook (ebenso wie unzählige andere Unternehmen), ins immer heftiger umkämpfte Geschäft der Fernsehserien einsteigen will. Nach einem Bericht des Wall Street Journal wird nun aber deutlich, wie groß die Pläne von Mark Zuckerbergs sozialem Netzwerk in dieser Hinsicht tatsächlich sind. Dem Blatt zufolge ist das weltgrößte Online-Netzwerk in Gesprächen mit Hollywood-Studios und Rechtevermarktern. Facebook wolle bis zu drei Millionen Dollar pro Serien-Folge ausgeben - das liege in der Liga sehr hochwertiger TV-Produktionen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Das Netzwerk will mit seinen Programmen vor allem die Altersgruppe der 13- bis 34-Jährigen erreichen. Sie sollen Facebook auch zum Fernsehen nicht mehr verlassen müssen.

Mit dem Vorstoß ins Geschäft mit TV-Inhalten würde Facebook sowohl mit klassischen Fernsehsendern als auch mit Streaming-Anbietern wie Netflix oder Amazon konkurrieren. Auch Apple experimentiert gerade mit exklusiven Inhalten wie der Sendung Planet of the Apps.

Starten soll das Facebook-Programm Ende des Sommers, schrieb das Wall Street Journal, geplant seien etwa eine Dramaserie für Teenies und eine Reality-Show. Klar ist dem Bericht zufolge, dass Facebook (anders als Netflix und Co) keine politischen Dramen oder Serien mit Nacktheit und schmutziger Sprache zeigen will. Und es gibt noch einen Unterschied: Anders als Netflix oder Amazon will Facebook offenbar Zuschauer-Daten mit den Studios teilen. So wird sich auch zeigen, wie gut sich Informationen über die Interessen von Zuschauern tatsächlich in den Erfolg von Sendungen ummünzen lassen.